Erfahrungen mit der LUX Radreinigungsanlage

Artikel aktualisiert am 25.01.2026

Ich möchte euch hier mal meine Erfahrungen mit der Radreinigungsanlage der Firma Lux beschreiben.

Zunächst: Radreinigung von Hand kann eine echt mühsame Angelegenheit sein – gleichzeitig wird man nach längerem Betrieb kaum darum herum kommen. Siehe dazu auch meinen Beitrag zum Thema manuelle Radreinigung auf der Modellbahn.

Spätestens wenn Loks nicht mehr anfahren, stotternd über Weichenstraßen fahren oder die Beleuchtung von Wagen anfängt zu flattern, sollte man die Räder reinigen. Von Hand (siehe Link) ist das eine mühsame Angelegenheit: Fahrzeug von der Anlage nehmen, Räder ausbauen (wenn möglich), manuell mit Isopropyl oder Benzin reinigen, wieder einbauen.

Viel einfacher geht das mit einer Radreinigungsanlage. Solche Anlagen gibt es inzwischen von Lux, Zeller oder Woodland. Am längsten auf dem Markt ist wohl die Firma Lux. Die Anlagen gibt es meist als Einbau- oder als Standmodell.

Radreinigungsanlage Lux, H0 – Einbauversion

Im folgenden geht es um das Einbaumodell für H0 der Firma Lux installiert natürlich in Nächternhausen, also auf einem 2L-Gleis.

3L Fahrer mag die nachfolgende Information trotzdem größtenteils helfen, ist doch die Anlage für beide Systeme nutzbar.

Allgemeines

Eine Radreinigungsanlage hilft bei leichten bis mittleren Verschmutzungen des Rades – es hilft nicht, wenn ihr schon so starke Verschmutzungen habt, dass diese sich nur noch mit dem Schraubenzieher entfernen lassen!

Die Reinigung wird  durch oszillierende Messingstäbe erreicht.  Die Oszillation erfolgt entlang der Schiene über einen Motor, welcher unterschiedlich stark geregelt werden kann – dazu später noch mehr. Durch die Oszillation werden die Laufflächen der Räder gereinigt, unabhängig davon, ob diese angetrieben sind, oder nicht.

Zur Reinigung bietet die Firma Lux drei Optionen an:

  1. Filzstreifen für moderate Reinigung.
  2. Schmirgelleinen aus 1600er Schleifpapier – nur für Fahrzeuge ohne Haftreifen
  3. Reinigungsflüssigkeit bei stärkeren Verschmutzungen

Ich verwende selbst nur Filzstreifen. Bei starken Verunreinigungen 1die kann man oft nur mit dem Schraubenzieher entfernen kann ich generell nur empfehlen, diese manuell zu lösen.

Um Probleme beim Befahren der Reinigungsanlage zu vermeiden, ist es hilfreich die Funktionsweise zu kennen. Für Modelleisenbahnen gibt es eine internationale Norm, die s.g. NEM Norm. Die NEM 310 legt fest, in welchem Rahmen sich die Radsatzmaße grössenmäßig bewegen dürfen.

Die Spurkranzhöhe D ist nach NEM 311 im Intervall zwischen 0,6 und 1,2 mm. Je nach Hersteller (und teilweise auch nicht einheitlich innerhalb eines Hersteller), muss die Stromabnahme der Reinigungsanlage daher mal höher oder mal tiefer liegen. Erreicht wird dies über eine lange Spiralfeder, welche nach unten hin nachgibt, sodass trotz unterschiedlicher Spurkranzhöhen immer noch Kontakt mit dem Rad besteht.

NEM Radsatzmass – Auflage Radreinigung

Die Lok setzt mit den Laufflächen (N) auf den Reinigungsfilzen auf – die Stromversorgung wird ab dann ausschließlich über die Spiralfedern hergestellt. Die Spurkränze (S) setzen dabei auf die Spiralfedern auf. Je nach Justierung des Einfahrtgleises kann es aber auch passieren, dass die Spiralfedern hinter die Spurkränze geraten – bessere Stromversorgung habe ich allerdings durch das direkte aufsetzen erzielt.

Um einem hohen Widerstand durch die Spiralfeder vorzubeugen, ist diese im Inneren mit einem Metallkern versehen und die Stromversorgung erfolgt beidseitig.

LUX Radreinigungsanlage

Es gibt von Lux mehrere Varianten der Anlage:

  • Radreinigung als Einbausatz
  • Radreinigung als Tischgerät
  • Radreinigung als Einbausatz – mit Digitaldecoder
  • Radreinigung als Tischgerät mit Digitaldecoder

Eine Unterscheidung zwischen 2L und 3L ist nicht erforderlich, da die Anlage für beide Schienensysteme einsetzbar ist. Bei 2L ist die mittlere Spiralfeder ohne Funktion – bei 3L wird darüber der Mittelschleifer mit Strom versorgt:

Radreinigungsanlage Lux

Digitale Ansteuerung

Zunächst dachte ich, dass ein Decoder gar nicht erforderlich ist, aber:

Je höher der Motor geregelt wird, umso stärker oszillieren die Messingstäbe

Es ist nicht sinnvoll, die Regelung zu hoch einzustellen, leichte Wagen würden sonst entgleisen – die für die eigene Anlage optimale Spannung sollte man durch ausprobieren festlegen, und:

Höhere Oszillation bringt nicht automatisch höhere Reinigungskraft – stattdessen die Anlage lieber langsam (mit umgerechnet 10 km/h) befahren bei niedriger Oszillationsstufe.

Wozu dann der Decoder? Mit dem Decoder ist es möglich die Anlage – gerade bei Nutzung einer Steuerungssoftware (bei mir Traincontroller) kurz vor dem Zug automatisiert einzuschalten und kurz danach wieder auszuschalten – dauerhaften Betrieb würde ich als nicht sinnvoll ansehen.

Trotzdem habe ich eine Anlage ohne Decoder gekauft – und den Decoder selbst nachgerüstet. Es ist nämlich kein besonderer Lokdecoder erforderlich – und bei mir war in der Bastelkiste noch ein uralter ESU Lokpilot Basic – der erste Lokdecoder den ESU herausgebracht hat – vorhanden. Einzige Voraussetzung für den Decoder ist die Unterstützung von Faulhabermotoren, welche eine etwas andere Motoransteuerung benötigen.

Grundsätzlich würde auch ein Funktionsdecoder ausreichen – dann müsst ihr aber die Spannung noch mit einem Regler auf das optimale Maß herunter regeln – und ihr habt nur eine einzige Regelgeschwindigkeit! Ich fahre ganze Zuggarnituren über die Radreinigungsanlage, da durch die Oszillation auch Räder an den Wagen mit gereinigt werden. Die Verkabelung mit Decoder ist zudem einfacher, da ausschließlich DCC Fahrstrom benötigt wird.

Einbau

Einbau in eigener Zufahrt

Ideal ist es, wenn man schon beim Bau der Modelleisenbahnanlage, die Radreinigungsanlage als Umfahrgleis mit vorsieht. Ein solches Gleis braucht nicht lang zu sein – es reicht rechts und links davon einige kurze, gerade Gleisstücke vorzusehen.

Eine Zufahrt zur Radreinigungsanlage (zur Vereinfachung nenne ich sie mal RRA) wird häufig im Bereich der Schattenbahnhöfe vorgesehen.

Aber beachtet: Eine optimale Erreichbarkeit ist wichtig! Nach oben sollte so viel Platz sein, dass man die Anlage auch ausbauen und herausheben kann – oder ihr habt einen speziellen Mechanismus, welcher den Ausbau von unten ermöglicht. Grundsätzlich ist es nicht erforderlich die ganze Anlage herauszunehmen – ich habe aber festgestellt, dass ein Nachjustieren häufiger als geplant erforderlich ist. Die Messingstäbe lassen sich leicht direkt herausziehen, da die Filzbeläge schneller verdreckten. Tipp: Kauft mit der Anlage direkt einen Satz Filzbeläge als Ersatz mit!

 Der Platz darf natürlich auch nicht in der Steigung liegen.  Am besten also z.B. nach einem Tunnel auf einem abnehmbaren Geländebereich, oder auf einem geraden Teilstück am Anlagenrand.

Das ist nicht unbedingt einfach zu erreichen – in Nächternhausen wäre mir dazu kein einziger Bereich eingefallen. Es geht aber auch anders, indem wir die Anlage in einen Wechselrahmen einbauen:

Einbau in eigenem Rahmen

Wenn wir nicht gerade eine Großanlage gebaut haben, dann werden wir die Loks nicht kontinuierlich über die Reinigungsanlage fahren lassen – sinnvoll ist daher einen Gleisabschnitt nur zeitweise mit der Anlage auszustatten.

In Nächternhausen habe ich dazu ein Gleisbereich, welches hinter einer Anlagenkulisse verläuft – hier wurde jeweils ein Rahmen für den „Normalbetrieb“ und für den Betrieb mit Radreinigungsanlage vorgesehen – siehe Bild rechts.

Der Rahmen wird mittels Neodym Magneten am Boden gehalten und mittels Steckverbindern (aka „Bananenstecker“) mit der Stromversorgung verbunden. Der Motor wurde dabei an den Booster für das Schalten der Weichen angeschlossen:

Vier Anschlüsse gibt es hier nur deshalb, weil ich getrennte Zentralen / Booster für Schalten und Fahren verwende. Habt Ihr nur eine Zentrale, braucht ihr auch nur 2 Anschlüsse. Den Decoder habe ich zur Vereinfachung mittels doppelseitigem Klebeband in der Nähe des Motors platziert.

Auf dem Bild erkennt man auch die Einbautiefe der Radreinigung – zu beachten, falls unter der Radreinigungsanlage noch weitere Gleise verlaufen.

Angesteuert wird der Motor somit über einen DCC Befehl und wie bei einer Lok kann ich den Grad der Oszillation über den Regler festlegen.

Gleisanschlüsse

Meine Gleise liegen auf 5mm starker Korkbettung. Bei den Gleisanschlüssen ist zu beachten, dass die Schienenoberkante genau mit der Filzstreifenauflage fluchtet – sonst sind hier Entgleisungen ganz schnell vorprogrammiert. Dazu muss die RRA mit 3mm starkem Material (ich habe dazu Holzleisten in entsprechender Dicke genommen) unterfüttert werden.

Die Gleisanschlüsse kann man sich selbst herstellen – ich würde im Nachhinein aber empfehlen die Zugangsgleisstücke bei der Firma Lux (gibt es dort als Nachrüstteile) zu bestellen. So muss man bei der Herstellung die Profile unten verkleinern und auch die Seiten abschleifen. Im Bild seht ihr wie die Profile unten reduziert wurden

Die richtige Verlegung der Gleisanschlüsse beugt späteren Problemen vor

  1. Die Gleise sollten so nah wie möglich an die oszillierenden Messingstäbe heran gelegt werden. Am Besten markiert ihr euch bei eingeschaltetem Motor den maximalen Ausschlag der Stäbe – im Bild oben leicht erkennbar an den roten Strichen.
  2. Die Zufahrtsgleise sollten ausreichend Länge haben – ich selbst habe leider nur wenig Platz für den Wechselrahmen. Sollte man sich für einen solchen entscheiden, plant einen längeren Rahmen für längere Zufahrtsgleise ein!

Erste Inbetriebnahme

Was soll ich sagen – es funktionierte am Anfang überhaupt nicht! Fast keine Lok wollte sich selbstständig über die Radreinigung bewegen! Ausnahme waren einige Uralt-Schätzchen aus den 80er Jahren, welche noch einen hohen Spurkranz hatten.

Vielleicht kommen auch daher einige Kommentare in den einschlägigen Foren, welche vor dem Einbau der Lux Radreinigungsanlage warnen.

Ein wenig half folgender Hinweis in der Dokumentation: Die Spiralfedern, die den Fahrstrom auf die Spurkränze der Lokräder übertragen, ruhen höhenregulierbar auf exzentrischen Gummischeiben. Wenn wir diese Gummischeiben mit z.B. einem Schraubendreher bewegen, nimmt die Spiralfeder eine andere Höhenlage an.

Leider haben bei mir die Scheiben aber nur bedingt geholfen.

Ich habe daraufhin Herrn Lux angerufen, und ihm von meinem Problemen erzählt. Er hat die Anlage daraufhin so umgebaut, das auch Fahrzeuge mit niedrigeren Spurkränzen (bis 0.6mm) die Anlage befahren können, mit dem Hinweis, dass die Anlage eigentlich nur für Fahrzeuge nach NEM Norm gebaut ist. Allerdings habe ich selbst auch nur Fahrzeuge nach NEM Norm – allerdings machen genau die Kandidaten Probleme, deren Spurkranz im unteren Intervall der erlaubten NEM Werte liegt.

Der Umbau von Herrn Lux bezieht sich auf die Distanzhülsen, welche ihr hier im Bild seht:

Diese Distanzhülsen wurden von Herrn Lux im Bereich von <1mm unterfüttert, sodass die Spiralfedern etwas höher zu liegen kommen. Wer dazu nicht extra seine Anlage an die Firma Lux schicken will, kann sich diese Distanzhülsen mittels eines 3D Druckers auch selbst herstellen.

Bis auf wenige Ausnahmen laufen jetzt alle Fahrzeuge über die Radreinigungsanlage – wobei es schon noch einige Anpassungen gab (siehe nächstes Kapitel) – und wie immer sagt ein Video dazu mehr als 1000 Worte:

Apropos Ausnahme: Besonders leichte Loks (meine Köf) lassen sich leider nicht über die Radreinigungsanlage fahren – sie bleiben sofort stehen, da der Anpressdruck für die Federn nicht ausreichend ist für das kleine Fahrzeug. Eine 58 von Roco aus den 80er Jahren (siehe Video) hatte die Stromaufnahme nur auf der – leichten – Lok und den Motor und Antrieb im Tender. Hier half ein wenig zusätzliches Gewicht auf die Lok zu bringen.

Das mag bei 3L anders sein – aber vielleicht hat ja jemand von Euch dazu Erfahrungen?

Aufgrund des Spalts zwischen Anschlussschiene und Messingstab können Fahrzeuge mit sehr kleinem Raddurchmasser (z.B. mein KlV20) die Anlage auch nicht befahren.

Reinigungsergebnisse

Wie bereits oben beschrieben, ist bei sehr starker Verschmutzung kein gutes Ergebnis zu erwarten. Dagegen kann man bei regelmäßiger Benutzung der Radreinigungsanlage eine starke Verschmutzung vermeiden.

Im Falle von Nächternhausen werden die Schienen mit einem Staubsaugerwagen der Firma Lux von Staub befreit – das hilft allerdings nur bedingt gegen Abrieb der sich auf den Rädern festsetzt. Genau hier ist dann die Radreinigung angesagt. Diese scheint gut zu funktionieren – nach längerem Einsatz werde ich dazu noch einmal genauer berichten können.

Gute Erfahrungen hat man auch im Betrieb großer Besucheranlagen gemacht – wie bei der „chemins fer du Kaeserberg„. Dort wird die Lux-Anlage in der vorderen Hälfte mittels einer Schlauchpumpe kontinuierlich mit Isopropylalkohol benetzt. Sicherlich eine Option die jeder einmal selbst ausprobieren sollte – allerdings wirklich nur wenige Tropfen verwenden, damit sich die Filzstreifen nicht ablösen.

Aktuell fahre ich nach wie vor trocken – und der Dreck auf den Filzstreifen sagt viel darüber aus, wie gut die Anlage funktioniert.

Definitiv habe ich jetzt besseren Kontakt bei den beleuchteten Drei- und Zweiachsern, die sehr empfindlich auf Verschmutzungen reagieren.

Auf den Einsatz von Schmirgelleinen würde ich generell verzichten – meine Loks haben auh durchweg Haftreifen, sodass Schmirgelleinen eher kontraproduktiv wirkt.

Anpassungen und Fehleranalyse

Wie oben beschrieben, hatte ich auch mit der „angepassten“ Anlage anfangs noch Probleme, da einige Loks partout keine durchgehende Stromversorgung hatten und mitten auf der Radreinigungsanlage stehen blieben!

Folgende Mittel haben dabei weiter geholfen:

Höhenjustierung Spiralfeder

Wie schon oben beschrieben, sollte man bei Problemen durchaus mal die Gummischeibe etwas in der Lage verändern – das kann schon viel bewirken.

Zufahrtsgleise justieren

Wenn die Zufahrtsgleise nicht genau justiert sind auf die Höhe der Filzstreifen, kommt es meist zu Entgleisungen. Hier hilft nur genau Justierung – insbesondere, wenn ihr die Zufahrtsgleise selbst gebaut habt.

Spiralfeder reinigen

Leider sieht man den Spiralfedern die Verschmutzung nicht sofort an. Daher sollten diese auch öfter mittels eines Wattestäbchens gereinigt werden. Als Reinigungsflüssigkeit bietet sich Isopropylalkohol an.

Spiralfeder justieren

Hat man eine angepasste Anlage, wo Distanzringe die Höhe der Spiralfedern reduzieren, so kann es sein, dass diese nach einigen Fahrten nicht mehr auf den Ringen aufliegen. Im Bild links sieht man diesen Effekt.

Die Folge ist, das – vor allem Loks mit niedrigem Spurkranz – wieder stehen bleiben.

Hier hilft es den Sitz der Spiralfedern zu korrigieren und ggfs. die Distanzringe zu verlängern, damit kein Spalt entsteht.

Abstandshalter einbauen

Nach 10 – 20 Fahrten mit ein und derselben Garnitur funktionierte es plötzlich nicht mehr. Der Grund liegt in den „Radlenkern“ aus Kunststoff, die parallel zu den Spiralfedern liegen.

Diese Radlenker sind leicht verschiebbar – und bei wiederholtem Befahren führt die Verschiebung dazu, dass die Radsätze nicht mehr mit der Spitze aufliegen. Die Radlenker sind verschiebbar um genau diese Flexibilität zu erreichen, da manche Modellbahner eher dickere und ältere Radsätze haben – das war aber bei mir nicht der Fall.

Die Lösung war ein Distanzhalter, welcher nur einseitig (!) mit einem der Radlenker verklebt wurde. So können sich beide Radlenker immer noch nach außen bewegen, haben aber keinen Spielraum mehr in der Bewegung nach innen.

Kurzschlussrisiko

Auf dem Bild seht ihr das Ergebnis eines Kurzschlusses. Die Spiralfeder reagiert sehr schnell auf einen Kurzschluss, der leider in der Hektik des Betriebs schnell einmal vorkommen kann. In meinem Fall ist eine Lok entgleist und hat sich quer gestellt – die Folge war ein lokaler Kurzschluss im Bereich der Radreinigungsanlage.

Achtet also darauf, dass die Anlage wirklich fehlerfrei befahren wird!

P.S: Durch die beidseitige Stromversorgung funktioniert die Anlage nach wie vor.

Steuerung mit Traincontroller

Wie schon weiter oben beschrieben, steuere ich die Radreinigungsanlage mittels der Software Traincontroller. Dazu gibt es zwei Arten von Zugfahrten:

  • Eine reguläre Zugfahrt – d.h. immer wenn die Anlage eingeschaltet im aktivierten Zustand befahren werden soll (und in meinem Falle auch der Wechselrahmen mit der Radreinigungsanlage eingebaut ist), dann soll ein Zugverband die Geschwindigkeit reduzieren, die Anlage einschalten und nach Verlassen die Anlage ausschalten. Dabei ist egal von welcher Seite der Zug kommt.
  • Eine Reinigungsfahrt – hierbei wird ein Zugverband mehrfach hin- und zurück über die Anlage fahren. Erst das Beenden der Zugfahrt stoppt die Reinigungsfahrt.

Um eine Kontrolle über die Anzahl an Reinigungsdurchläufen pro Lok (nicht pro Zugverband) zu haben, wird ein Zähler bei jeder Fahrt dieser Lok mit hochgezählt. Traincontroller misst die Zeit, die eine Lok auf der Anlage über alle Zyklen hinweg unterwegs ist – ab einem einstellbaren Wert von z.B. 50h wird eine Warnung angezeigt. Diese Warnung nehme ich zum Anlass, um die Reinigungsfahrt mit dieser Lok durchzuführen – nachdem ich vorher den Zähler für die Anzahl an Fahrten wieder zurück gesetzt habe.

Das funktioniert inzwischen sehr gut. Allerdings bedeutet es ein wenig „Programmieraufwand“ in Traincontroller. Hilfreich ist, wenn ihr euch meine Projektdatei aus dem Downloadbereich ladet – dann könnt ihr die Schritte leicht nachvollziehen.

Als erstes sollten wir einen Schalter in TC definieren. Dieser wird eingeschaltet, wenn die Radreinigungsanlage benutzt werden soll. Wer die Anlage dauerhaft in einem Nebengleis eingebaut hat, benötigt diesen Schalter natürlich nicht unbedingt.

Weiterhin benötigen wir einen Aktionsmelder ca. 80cm vor der RRA, mit dem eine Geschwindigkeitsreduzierung auf 10km/h erfolgt und einer Rampe von 80cm. Der gleiche Aktionsmelder schaltet die RRA ein.

Ein zweiter Aktionsmelder wird an der Stelle im Block definiert, wo der Zug die RRA verlassen hat – ca. 20cm nach dem Zugende. Dort wird die RRA wieder ausgeschaltet.

Um die Anlage einzuschalten, benötigen wir allerdings einen Trick. Da die RRA über einen Lokdecoder angesteuert wird, würde sich eine Dummy-Lok anbieten. Einfacher – und wesentlich komfortabler – geht es mit einem s.g. „erweiterten Zubehör„. Damit können wir ein Fahrpult simulieren, welches bestimmte – vorher zu definierende – Werte einnimmt. Mit diesem Zubehör lässt sich dann die Anlage ein und ausschalten – und dies mit unterschiedlich starker Oszillation – je nach Stellung des Schalters am Erweiterten Zubehör.

Wenn wir beim ersten Aktionsmelder eine private Variable hoch zählen, haben wir auch einen Zähler für die Anzahl der Durchläufe über die RRA. Damit diese Variable nur für ein einzelnes Fahrzeug gilt, wird diese Variable im Rahmen eines Funktionsaufrufs der Lok gesetzt. Gleichzeitig setzen wir dabei eine globale Variable. Immer wenn genau diese Lok also die Funktion aufruft, wird die globale Variable uns den aktuellen Wert an Durchläufen anzeigen (es kann sich ja immer nur eine Lok auf der RRA befinden). Setzen wir die Variable auf einen vordefinierten Wert, so wird beim Aufruf der Funktion die private Variable auf Null gesetzt.

Die genauen Details bitte einfach dem Downloadbereich entnehmen 2schaut nach Block OB3 und OB2 nach allen Markierungen und Makros mit Namen 891….

Fazit

Die Anlage ist jetzt seit einigen Monaten in Betrieb – und wie bei vielen Dingen: Man muss sich etwas intensiver damit beschäftigen! Dann funktioniert die Anlage aber gut – bisher habe ich jedenfalls positive Effekte bei den Fahrzeugen, welche ich jetzt 8-10x über die Anlage habe laufen lassen.

So flackert jetzt kein Licht mehr und gerade zwei-achsige Fahrzeuge, welche nur wenige Stromabnahmepunkte haben laufen wieder ohne Probleme über die Weichenstrassen.

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Modellbahn für Anfänger – wie fange ich an?

Modellbahn für Anfänger ist ein eigentlich einfaches Thema – aber schnell wird es dann doch komplexer. Auf die Idee hat mich ein Leserbrief in einer der einschlägigen Fachzeitschriften gebracht. Der Leser hatte sich darüber beschwert, das es zwar viele tolle Bücher und Zeitschriften gibt – aber für einen Anfänger ist dieser Dschungel an Information nahezu undurchdringlich. Seine Fragen waren:

  • Welche Baugröße macht Sinn?
  • Welches Anlagenthema?
  • Welcher Hersteller?
  • Womit fange ich an?
  • Wo bekomme ich einen vernünftigen Gleisplan her?
  • Sind verschiedene Hersteller kompatibel?

Nicht ganz zu Unrecht schreibt der Leser, dass der „Anfänger hier im Regen“ stehen gelassen wird. Ich habe auf meiner Webseite hier zwar versucht zu beschreiben, wie es zwischen Planung und Betrieb ausschaut, aber auch ich habe wenig dazu geschrieben, wie man überhaupt anfängt.

Ich will deshalb versuchen, etwas Licht in den „Dschungel“ zu bringen – auch wenn ich als 2L-Fahrer natürlich „vorbelastet“ bin. Jedem Anfänger kann ich aber vor allem folgendes empfehlen:

Sucht euch einen Modelleisenbahnhändler – wenn es ein guter Händler ist, dann wird er sich die Zeit nehmen alle Fragen zu beantworten die ihr habt – unabhängig davon was ihr nachher auch wirklich bei ihm einkauft.

Genau so findet ihr auch einen guten Händler – aber macht am Besten einen Termin aus und geht nicht gerade zu den Haupteinkaufszeiten hin. Wer auf dem Land wohnt hat natürlich schlechte Karten – auch da kann ich nur raten: Nehmt euch die Zeit in die nächste Stadt zu fahren um einen Händler aufzusuchen1wobei es auch einige wirklich gute, kleine Händler auf dem Land gibt – einfach mal die Suche in Google Maps bemühen. Natürlich könnt ihr auch andere Modelleisenbahner befragen – aber das ist ein wenig so, als wolltet ihr einen überzeugten BMW-Fahrer fragen, was er denn von den Konkurrenzprodukten hält.

Aller Anfang ist schwer?

Wer sich im Internet, oder auf Börsen, Modelleisenbahnanlagen anschaut, wird Anlagen sehen, die extrem detailliert und toll anzuschauen sind. Da kommt man schnell dazu zu sagen: Das kriege ich eh‘ nicht hin. Aber lasst euch davon nicht beeinflussen – das Hobby ist so vielfältig, das man auch problemlos mit kleinerem anfangen kann.

Modelleisenbahn - Erstlingswerke

Hier ein Bild meines Erstlingswerk in H0. Gebaut als Jugendlicher unterm Dach meines Elternhauses, mit Fertigmodulen des Herstellers Noch. Diese Module gibt heute noch. Gefahren wurde mit Fleischmann und die Weichen waren noch teilweise Handweichen. Gleisplan gab es keinen – es wurde gebaut, wie gerade Platz war (und es die bescheidenen Geldmittel zuließen).

Fangt auf jeden Fall klein an – und probiert auch durchaus mal an einem kleinen Modul die verschiedenen Möglichkeiten aus. So habe ich in meinem Studium angefangen eine Kofferanlage zu bauen:

Als die Familie gegründet war und der Platz rar, habe ich das Empfangsgebäude von Nächternhausen gebaut – wenig Platz war dafür notwendig – aber es hatte viel Spaß gemacht.

Fangt klein an und lernt erst die verschiedenen Techniken. Dazu reicht oftmals auch ein einzelnes Gebäude, ein kleines Modul, oder ein Betriebsdiorama

Und was die verschiedenen Techniken anbelangt: Schaut einfach mal in meine verschiedenen Beiträge – da findet ihr schon viel zu den verschiedenen Themen.

welche Baugröße?

Dazu solltet ihr euch erst einmal fragen, welche Art von Modelleisenbahnertyp ihr eigentlich seid? Unter diesem Planungsthread findet ihr eine Typeinteilung. Und neben der Typeinteilung kommt es natürlich auch auf den eigenen Geldbeutel an – grundsätzlich kann man sagen: Je größer desto teuer2wobei: ab Größe H0 und kleiner wird oft nur der Maßstab kleiner – der Preis leider kaum...

"Arctros euro" by FritzG is licensed under CC BY-SA 3.0 .

Tja – und dann kommt noch oft die Frage nach dem verfügbaren Platz. Allerdings finde ich diese Frage nicht zielführend. Denn oftmals ist Platz in der kleinsten Ecke und bereits in einem freien Regalbrett lässt sich eine kleine Szenerie umsetzen mit der ihr anfangen könnt – das geht sogar in der großen Spurweite 0.

Arctros euro“ by FritzG is licensed under CC BY-SA 3.0 .

Aber der Reihe nach:

Spur 0, I, II – habe ich selbst wenig mit Erfahrung mit und die Preise von einer Spur 0 Lok alleine kommen schon an manchen Gebrauchtwagen heran – ich würde als Anfänger nicht gleich damit anfangen. Wer auf den Geschmack gekommen ist, oder sich zu den Gartenbahnern zählt, der kann allerdings auch mal mit LGB Produkten anfangen. Es gibt auch eine interessante Zeitschrift für Gartenbahner die auch genau so heisst („Gartenbahnen“ aus dem Neckar-Verlag)

Spur H0 – Maßstab 1:86.5 – die am weitesten verbreitete Spurweite, und im Prinzip genau die richtige Größe. Wer sich nicht gerade selbst als Grobmotoriker einschätzt, dem sei diese Größe durchaus ans Herz gelegt. Hier gibt es auch die größte Auswahl an Herstellern, Publikationen usw.

Spur N – Maßstab 1:160. Fast die Hälfte kleiner als Spur H0 kann man in dieser Spurweite richtig lange Zuggarnituren auf langen Strecken aufbauen – den Platz natürlich vorausgesetzt. Detail-getreuer Naturnachbau ist allerdings in dieser Baugröße eher etwas für die echten „Feinmotoriker3wobei es auch in dieser Baugröße absolute Spezialisten gibt vor denen ich selbst immer wieder den Hut ziehe. Die früheren Probleme dieser kleinen Baugröße mit Loks die sich nicht bewegen, gibt es heute nicht mehr. Dafür ist Staub hier natürlich ein noch viel größerer Feind als bei H0. Kontinuierliche Pflege der Infrastruktur ist hier wichtig. Dafür bekommt man faszinierende Landschaften mit Spur N hin – wenn man denn die Muße dafür hat.

Spur Z – Maßstab 1:220. Die Steigerung von Spur N. Als notorischer Modellbahner hatte ich während meines Studiums keine Chance in einer WG eine Moba aufzubauen – also habe ich mir einen Koffer gebaut und die Anlage dort rein gebaut. Das geht nur in Spur Z – und ja, die Züge liefen sogar. Letztlich waren aber die Weichenantriebe größer als die Weiche und anfällig ohne Ende. Auch hier kann man sich als Feinmotoriker austoben – aber teilweise braucht man eine Uhrmacherausbildung um alleine eine defekte Weiche zu reparieren. Und Einwegspritzen gehören für das Ölen der Loks zum Standard-Repertoire.

Welches System? Zweileiter oder Dreileiter?

Bei der Baugröße kommt oft die Frage nach 2L oder 3L – wobei diese Unterscheidung nur beim Maßstab H0 überhaupt Relevanz hat. Nur in H0 gibt es die Variante 3L – geprägt vor allem durch die Firma Märklin. Spätestens bei der Diskussion um 2L versus 3L fängt dann aber schon die Religion an.

Aber Stop! Was ist eigentlich 2L und 3L? Dazu einige wichtige Punkte (und auch der Versuch mit einigen Fake-News aufzuräumen)

  • 2L = Zweileiter. Hier wird die Spannung über die rechte und linke Schiene zugeführt. Oftmals wird 2L auch mit „Gleichstrom“ gleichgesetzt. Das ist aber in heutigen Zeiten von digitalen Modelleisenbahnen ein irreführender Begriff – nur bei analogen Modelleisenbahnen macht es noch Sinn. (Den Unterschied Digital vs. Analog erkläre ich später noch).
  • 3L = Dreileiter. Oftmals auch (s.o.) als Wechselstrom bezeichnet. Hier wird die Spannung an einem Pol über die Rechte UND Linke Schiene zugeführt und an dem anderen Pol über einen s.g. Mittelleiter. Der Mittelleiter war früher eine durchgehende 3. Schiene – heute verwendet man dazu Gleise die einen s.g. Punktkontakt verwenden – also einen Metallkontakt in der Mitte – in Kurzform spricht man von Schienen mit Puko.

Wer die Unterschiede genauer wissen will – dem sei der wirklich gute Artikel zum Thema auf Wikipedia empfohlen!

Um gleich mal mit einigen typischen „Vorurteilen“ aufzuräumen:

  • 2L ist kompliziert bei der Streckenführung weil man keine Kehrschleifen haben darf. Stimmt heute nur noch bedingt. Richtig ist, das man sich bei 2L darüber Gedanken machen muss, wo es zu einem Kurzschluss kommen kann weil man eine Kehrschleife oder ein Gleisdreieck geplant hat. Falsch ist aber, das dies heute ein Problem darstellt, da die Elektronik einem die ganze Komplexität abnimmt.
  • 3L ist viel zu laut“ – stimmt auch nur bedingt. Um die Spannung in der Mitte der Schiene abzunehmen, benötigt ihr einen s.g. „Schleifer“ unter der Lok (und teilweise auch unter den Wagen). Der ist natürlich eine zusätzliche Lautstärkequelle. Dem könnt ihr aber mit Dämmmaterialien entgegenwirken. Manchmal ist das sogar von Vorteil – so habe ich auf meiner (2L-) Anlage manchmal das Problem, das ein Zug so leise ist, das ich keine Ahnung habe, ob er jetzt wirklich fährt, oder doch stecken geblieben ist.
  • 3L ist nicht vorbildgetreu– Na dann schaut euch mal eine der tollen Anlagen von Altmeister Brandl an – oftmals sieht man die Pukos gar nicht und die Gleise sind kaum von 2L Gleisen zu unterscheiden. Das setzt allerdings auch entsprechende Patinierung mit voraus. Problematischer sehe ich hier eher die Tatsache, das man für viele Funktionen wie z.B. Bahnübergänge oder Gleise im Straßenplenum immer die Pukos mit nach oben führen muss – und das sieht dann manchmal schon etwas „seltsam“ aus.
  • „2L ist weniger Aufwand„- Ich habe noch keine 3L Anlage gebaut, aber viele Mobafreunde bauen vornehmlich 3L (und natürlich bin ich auch fleißig mit am Bauen). Ich sehe da bei 3L genauso viel Aufwand wie bei 2L. Bei 3L gilt es zu bedenken, dass jeder (!) Wagen immer auch einen Schleifer, oder aber eine Strom führende Kupplung benötigt, wenn er selbst Funktionen wie Schlusslicht, Innenbeleuchtung o.ä. Verbraucher haben sollte. Für den Rangierbahner also eher „suboptimal“. Wer aber seine Züge eh nur immer im gleichen Zugverband steuert, für den ist das kein Problem die Wagen auch mit Kabeln untereinander zu verbinden.
  • 3L ist viel häufiger genutzt– stimmt. Und das kommt sicherlich vor allem durch die Firma Märklin. Wobei die Tochter Trix inzwischen die meisten 3L Modelle auch für 2L aufgelegt hat. Mein Händler macht heute ca. 70% seines Geschäfts mit 3L – vornehmlich Märklin4leider ist der Markenname heute auch nicht mehr das was er mal war. So hatte ich letztens massiv Probleme mit einer Trix=Märklin Lok wegen fehlerhaften Materials seitens der Firma.
  • Für 2L gibt es mehr Angebote“ – stimmt im Prinzip. Das Angebot an (H0)2L ist schier unüberschaubar. Roco, Fleischmann, Brawa, Trix, Rivarossi usw. Allerdings ist Märklin nicht der einzige Anbieter für 3L. So kann man 2L Gleise mit Punktkontakten versehen und so zu 3L Gleisen aufrüsten – und alle 2L-Hersteller bieten ihr Lok- und Wagen-Sortiment – zumindest in Teilen – auch für 3L an.
  • 3L ist betriebssicherer“ – das stimmt nur bedingt. Dadurch, das an 2 Seiten der gleiche Pol über die Räder links und rechts zugeführt wird, gibt es automatisch mehr Kontaktpunkte. Und der Schleifer nimmt zwar nur an einer Stelle den Strom auf – dafür ist es ein wesentlich besserer Kontakt als die Räder und er kann verdreckt wesentlich langsamer. Aber wer seine 2L Anlage von Staub frei hält (man beachte auch meinen Artikel zum Staubthema) , der hat auch bei 2L nicht wirklich Probleme.
  • „3L braucht weniger Platz“ – absoluter Quatsch. Wer sich meine Webseite schon einmal angesehen hat, weiß, dass ich kein Purist bin. Aber wer Abzweigwinkel von fast 25° bei Weichen toll findet – dem sei eher eine „Carrera Rennbahn“ als eine Modellbahn empfohlen. Nur durch diese steilen und absolut vorbildwidrigen Abzweigwinkel, erhält man mehr Platz.

Leider müsst ihr euch gleich am Anfang für 2L oder 3L entscheiden – und es gibt keinen Weg zurück! Eine Lok die ihr für 3L kauft, wird nicht auf 2L fahren und umgekehrt5Keine Regel ohne Ausnahme: so haben einige Hersteller inzwischen auch digitale Loks die abnehmbare Schleifer haben und dann sowohl als 2L als auch als 3L Loks eingesetzt werden können.

Digital oder Analog

Tja – das ist wieder so eine Glaubensfrage. Und da muss ich ehrlich zugeben, das ich auf der Seite der Digitalanhänger bin.

Wenn ihr neu anfangt, dann kann ich nur empfehlen direkt auf Digitalisierung zu setzen, anstatt mit analoger Technik zu arbeiten

Für alle Neueinsteiger: Die meisten Loks sind heute eh schon digitalisiert oder für Digitalisierung vorbereitet. Diese Vorbereitung zahlt ihr auch bei rein analogem Betrieb trotzdem mit. Und einen gebrauchten Decoder erhält man schon für wenig Geld.

VT 11.5 - Decoderplatine des Motorwagens

Umrüstung eines VT11 von Analog auf Digital mit umfangreichen Funktionen in Nächternhausen.

Für alle Wiedereinsteiger: Wer schon einen Wagenpark aus früheren Zeiten besitzt, der führt oft als Argument den Aufwand an, den vorhandenen Wagenpark umzurüsten. Auch meine Vorgängeranlagen waren analog und ich hatte mindestens 30 Loks die ich alle digitalisieren musste. In Nächternhausen habe ich deshalb mit nur 2 Loks angefangen: Einer neuen 01 von Fleischmann mit Sound die bereits einen Decoder eingebaut hatte – und einer (ur)alten 94er von Fleischmann die ich bei meinem Händler umbauen ließ. Damals hatte ich Null-Ahnung davon, wie ich so etwas selbst machen sollte. Und ich wollte den Nachweis, das es auch mit alten Modellen noch funktioniert ohne einen Riesenaufwand an Kosten zu generieren. Relativ schnell habe ich dann gelernt, die alten Schätzchen selbst zu digitalisieren (eine eher komplexe Form mit Sounddecoder und allem drum und dran findet ihr in diesem Beitrag).

Warum aber gleich in Digitalisierung einsteigen? Weil es viel einfacher ist! Hört sich paradox an, aber tatsächlich benötigt ihr keine aufwändigen Diodenschaltungen für eure Weichenstraßen, kein externes Stellpult mit tausenden von Schaltern und Reglern und dazu könnt ihr auch gleich mehrere Loks auf einem Gleis fahren lassen, Doppeltraktionen ohne Aufwand realisieren, automatische Steuerungen auf der Hauptstrecke mit eigener Steuerung auf der Nebenstrecke verbinden, und und und…

Welches Anlagenthema?

Da kann ich nicht helfen – das müsst ihr schon selbst herausfinden. Es gibt einfach zu viele Optionen – und je nach Modellbahntyp (s.o.) werdet ihr andere Optionen toll oder langweilige finden. Das häufigste Thema ist eine Bahn im Mittelgebirge – basierend auf einem „Hundeknochen“ in vielfältiger Wandlung mit 2-gleisiger Hauptstrecke und abzweigender Nebenbahn. Der Abzweig ist gleichzeitig Haupt-Bahnhof und die Nebenbahn meist eine Stichstrecke mit kleinem Endbahnhof.

Das soll aber keine Empfehlung sein – im Gegenteil. Mittelgebirge wird häufig genutzt, weil man meint, im Flachland könne man keine Tunnel unterbringen. Kann man auch nicht – aber dafür kann man den Zug problemlos im Hintergrund hinter einer Kulisse verschwinden lassen. Hier mal ein Beispiel aus Nächternhausen – tatsächlich findet ihr dort auf der elektrifizierten Hauptstrecke keinen einzigen Tunnel!

Pantograph einfangen

Es muss nicht immer ein Tunnel sein – hier verschwindet die Hauptstrecke in Nächternhausen in einem Einschnitt der von vorne nicht zu erkennen ist. Zusätzliche Baumbestände davor und die Einfahrt in den Untergrund ist nicht mehr zu sehen (hier sieht man auch, wie die Pantographen eingefangen werden)

Für eine kleine Mini-Anlage im Regal ist vielleicht eine Rangieranlage möglich. Aber auch eine Hafenanlage macht Spaß – oder ein einsamer Bahnhof im Flachland – oder ein Bergwerksbetrieb mit Nebenbahn – oder ein Fabrikanschluß – oder nur ein Abzweig mit Haltepunkt – oder oder oder….

Welcher Hersteller?

Es gibt viel mehr Hersteller als man denkt – aber wer sich für 3L entscheidet, der wird wohl mit Märklin anfangen – auch wenn es inzwischen viele 2L-Hersteller gibt, die auch für Wechselstrom fertigen, wie z.B. Tillig , Roco , Brawa, Piko usw.6eine vollständige Liste findet ihr hier

Bei 2L sind vor allem Roco, Fleischmann und Brawa zu nennen (letzterer etwas in der höheren Preiskategorie angesiedelt).

Interessanterweise ist der Anteil nicht-deutschsprachiger Hersteller bei uns zu Lande relativ gering – nur wenige Händler führen Kato (Japan), Peco (UK) oder Kadee (USA) im Programm.

Beim Gleis denkt man natürlich bei 3L immer sofort an Märklin – es gibt aber auch die Möglichkeit Pukos unter herkömmliches 2L Material zu setzen. Eine durchaus sinnvolle Methode – hat man doch so wesentlich mehr Optionen (gerade was Flexgleise anbelangt). Bekannte Hersteller solcher Pukos sind Weichen-Walter und Peco.

Womit fange ich an?

Ich würde mit der Suche nach einem guten Händler anfangen. Und schaut ruhig einmal in die einschlägigen Foren rein – da gibt es auch diverse Untergruppen für Anfänger. Hier einige Beispiele

Wo bekomme ich einen vernünftigen Gleisplan her?

Am Anfang kommt der Gleisplan – aber da rate ich euch wirklich mal auf meine Seite zum Thema Planung zu gehen. Und wenn ihr Ideen für einen Gleisplan habt, dann zeigt den ruhig auch mal in den Foren rund – ihr werdet euch wundern wie viele gute Ideen als Rückmeldung kommen!

Sind verschiedene Hersteller kompatibel?

Ja – grundsätzlich sind verschiedene Hersteller untereinander kompatibel.

Wenn es um Gleise unterschiedlicher Hersteller geht, dann schaut euch mal diesen Blogbeitrag von mir an, wo ich das Thema etwas detaillierter beleuchtet habe. Rechts im Bild seht ihr, dass dies sogar beim Vorbild gemacht wurde.

Schienenprofil - Übergangsschweissung

Aber auch bei den Loks gilt, dass 2L Loks des Herstellers A in der Regel problemlos auf dem Gleis von Hersteller B laufen – und bei 3L gilt dies sowieso. Eine Ausnahme bilden ältere Loks aus den Jahren bis 1970/1980: Damals wurden noch sehr hohe Spurkränze verwendet, welche auf den heutigen Gleisen oftmals nicht verwendet werden können und aufsetzen. Wenn ihr also bei E-Bay und Co eine Lok ersteigert, solltet ihr diese Problematik im Hinterkopf beachten.

Ich hoffe ich konnte den Einsteigern mit diesen Informationen etwas weiterhelfen. Ihr könnt mir auch gerne eine Mail dazu schicken (siehe Impressum) – oder aber ihr verwendet das Kommentarfeld unten – dann haben auch andere die Möglichkeit zu antworten oder von den Ergebnissen zu profitieren.

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Welche Gleisplanungssoftware?

Artikel aktualisiert am 15.09.2025 Aktualisierung Gleisplanung 2025

Im Planungskapitel (siehe hier) habe ich mal geschrieben, welche Gleisplanungssoftware ich für den Bau von Nächternhausen verwendet habe. Inzwischen habe ich einige, wirklich tolle Produkte von Kollegen ausprobiert und muss sagen, das sich die Zeit wirklich weiter gedreht hat.

So sah mein erster Gleisplan aus. Und ich rate euch auch: Fangt am Anfang mit einem analog gefertigten Plan aus Papier an! Erst wenn ihr damit zufrieden seid, sollt es an die Detaillierung und Ausgestaltung mit Software gehen

Planung

Der mit Winrail erstellte Gleisplan von Nächternhausen.

Gab es früher nur einige, wenige Produkte auf dem Markt, so gibt es heute diverse Firmen, die teilweise wirklich gute Produkte haben – es gibt inzwischen sogar kostenlose Opensource Programme. Hier mal eine Übersicht (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

  • Winrail (Link1http://www.winrail.de/)
  • Rail Modeller (Link) nur für Apple
  • Anyrail (Link)
  • Wintrack (Link)
  • SCARM (Link)
  • XTrackCAD (Link) OpenSource – auch für Linux und Apple
  • Railroad Professional (Link)
  • S21 Modellgleis (Link)

Die meisten Programme sind für Windows – und obwohl ich ein Freund von Open Source Programmen bin, würde ich doch empfehlen, die Anlage mit einem kommerziellen Programm zu planen. Die Preise (30 – 100€) sind sämtlich weit unter dem Preis einer Lok bzw. eines Wagens – und es sollte euch auf jeden Fall den Aufwand wert sein. Mein Moba-Bekannter verwendete Wintrack – und ich war vor allem von der 3D Darstellung begeistert. Aber letztlich sollte jeder selbst überlegen, was ihm wichtig ist.

Hier mal eine Übersicht der wichtigsten Punkte:

  • Höhenüberwachung: Hört sich vielleicht einfach an – ist es aber nicht. Zu berücksichtigen ist ja nicht nur die Dicke der Platten der verschiedenen Ebenen, sondern auch, ob Oberleitung, Lichtraumprofil usw. Eine gute Höhenüberwachung wird euch schon beim Versuch in einer Ebene ein Gleis zu legen auf die „Finger klopfen“, wenn es damit Höhenprobleme auf der Ebene drunter gibt. Und der Schattenbahnhof sollte sowieso mehr Höhe haben (falls er denn unter der Anlage liegt) – d.h. die Höhenüberwachung sollte auch unterschiedliche Höhen unterstützen.
  • Spanten/Grundplattenerstellung: Die Anlage besteht ja nun nicht nur ausschließlich aus einer Grundplatte. Gerade bei der offenen Rahmenbauweise benötigt ihr die senkrecht stehenden Spanten. Hier ist es wichtig, das auch die Ausschnitte für die Trassen mit zu berücksichtigen.
  • Lichtraumprofildarstellung: Aus obigem Bild könnt ihr auch erkennen, das die Trassen natürlich breiter sind als die Gleise. Und in der Kurve schwenken lange Wagen nach innen aus. Dies nennt man das Lichtraumprofil. Die Trasse muss also in Abhängigkeit eures Warenparks in der Breite variieren.
  • 1:1 Ausdruck
    • Gleisdruck: Eigentlich logisch – aber zum Gleisdruck gehört auch, das Weichen, Kreuzungen und auch Böschungen mit berücksichtigt werden.
    • Trassendruck: Damit ihr eure Trassen auch nachher aussägen könnt, müssen sich diese ausdrucken lassen. Und da die wenigsten einen DIN A0 Plotter Zuhause stehen haben werden, sollte es auch möglich sein den Ausdruck auf DIN A4 zu drucken und einfach hinterher zusammenkleben zu können. Außerdem sollte die Größe der beim Holzhändler erstandenen Trassenplatten (ich verwende dazu Lindensperrholz) im Programm eingestellt werden können um diese (siehe Spantenerstellung) optimal auf der Holzplatte zu verteilen.
    • Druck incl. Lichtraumprofil: Damit ihr euren Gleisplan nachher auch auf die Trassen übertragen bekommt, solltet ihr die Möglichkeit haben, zunächst die Gleise incl. Lichtraumprofil zu drucken. Gebäude, Hindernisse, Profile dürfen niemals in das Lichtraumprofil hineinragen – deshalb ist es wichtig, dieses direkt mit auszudrucken. Ich habe in Nächternhausen zusätzlich die Gleise mit ausgedruckt und konnte so beides direkt auf die Anlage übertragen.
  • Aktuelle Gleisplanbibliotheken: Ein Muss für jede Gleisplanungssoftware – falls Ihr Gleise mit Bettung verwendet, achtet darauf, dass diese Gleise auch vom Hersteller unterstützt werden. So ist durchaus ein Unterschied ob man Fleischmann Gleise mit oder ohne Bettung verwendet. Auch auf Vollständigkeit achten – nur weil vielleicht Tillig H0e und Tillig H0 unterstützt werden, heißt das noch lange nicht, das auch Tillig Dreischienenflexgleis unterstützt wird!
  • Einfache Bearbeitung von Flexgleisen: Flexgleise sollten sich beliebig trennen bzw. zusammenfügen lassen und es sollte die Option geben, das ihr eure eigenen Gleise aus Flexgleisen erstellt. Auch die Erstellung fester Radien und Übergangsbögen gehört hier mit dazu.
  • Automatische Holzlistenerstellung: Ihr werdet euch wundern wie viel Holz am Ende des Tages zusammen kommt. Da ist es wichtig, dass die Software euch automatisch Listen erstellt – gebt diese mit bei eurem Holzhändler ab und er wird euch jedes Holzstück gemäß der Bezeichnung markieren .
  • Unterstützung von Gleiswendeln
  • Automatische Generierung von Parallelgleisen: Hierbei sollte auch die Option vorhanden sein Bahnsteige mit festem Abstand einzuplanen.
  • Erstellung von Stücklisten: Nicht nur für das Holz – auch für Anzahl und Typ der Gleise sollten wir eine Übersicht haben.
  • Ebenendarstellung: Da wir übereinander liegende Trassen haben, benötigen wir auch die Möglichkeit die verschiedenen Ebenen gesondert darzustellen. Und die Option mehrere Ebenen parallel anzeigen zu lassen. So könnten z.B. Häuser eine Ebene darstellen die zusammen mit der obersten Ebene dargestellt werden, nicht aber wenn wir den unten liegenden Schattenbahnhof bearbeiten wollen
  • Erstellung von Preislisten
  • Automatische Überwachung der Steigungen: Wenn ihr nur eine Ebene habt, ist das natürlich nicht notwendig – aber die meisten Anlagen sind auf mehreren Ebenen aufgebaut und das bedeutet auch, das man Steigungen mit im Plan berücksichtigen muss. Auch sollten Weichen beispielsweise nicht in der Steigung liegen – auch das sollte die Planungssoftware abbilden können. Genauso wie das langsame ein- und ausphasen einer Steigung (also nicht gleich am Anfang mit 3,5 % Steigung loslegen).
  • Unterstützung des verwendeten Maßstabes: Eigentlich logisch – aber falls ihr in selteneren Spuren plant (0, 1, Z, etc.), kann das durchaus ein Thema sein.
  • Erstellung komplexer Gleisgeometrien: Hosenträger oder
  • Anpassung vorhandener Gleise: Die Anpassung der Gleisbibliotheken um eigene Gleise – oder sogar die Möglichkeit eigene Gleisgeometrien zu erstellen hätte ich mal früher gebraucht. So kann man z.B. Tillig Weichen in gewissem Grade auch biegen – leider hat Winrail das damals nicht unterstützt.

Natürlich gibt es noch viel mehr Funktionen wie z.B. Signale oder Elektrik mit zu berücksichtigen, oder die Option gleich mal einige Züge probeweise auf die virtuelle Anlage zu setzen und fahren zu lassen. Für den eigentlichen Anlagenbau halte ich das aber eher für „Gimmicks“ (Spielereien sind es ja sowieso :-))

Update: Falls Ihr Euch jetzt nicht die Arbeit machen wollt, alle obigen Hersteller selbst anzuschauen2 meisten Hersteller bieten abgespeckte Testversionen, dann empfehle ich Heft 1/2023 des Eisenbahn Magazins in welchem die obigen (und noch einige andere) Softwareprogramme getestet wurden.

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Schattenbahnhof mit Kamera überwachen

ispy USB Kameraverwaltung

Die beste und günstigste Art den Schattenbahnhof zu überwachen sind WebCams! Hier reichen die einfachsten Versionen – und es gilt:

Plant so viele Kameras im Untergrund wie möglich – vor allem aber in den Zu- und Abfahrten des Schattenbahnhofs!

Eine WebCam ist heute für wenige Euros zu bekommen und wird mittels USB an den PC angeschlossen.

Warum überhaupt eine Überwachung?

Dafür gibt es viele Gründe. Zum einen kommt es immer wieder vor, das falsch eingemessene Loks im Untergrund nicht rechtzeitig zum Stehen kommen – zum anderen gibt es aber auch Situationen, wo vielleicht ein Wagen in der Weichenstraße verloren wurde, oder die Software hat die letzten Zugpositionen nicht richtig gespeichert und ich muss jetzt klären welcher Zug in welchem Gleis steht.

Ihr seht: Es gibt viele, gute Gründe den Schattenbahnhof zu überwachen.

Hier mal ein altes Bild aus den Anfängen von Nächternhausen – damals gab es noch keine LED Streifen zur Beleuchtung und Webcams waren noch relativ teuer. Die hier gezeigte Beleuchtung bitte auf keinen Fall einsetzen da diese Lampen sehr schnell sehr heiss werden – die Folge sind Verformungen an den teuren Kunststoffwagen und Loks!

Die Axis dagegen ist die weltweit erste Netzwerkkamera von 19961wer sich für die Details interessiert dem kann ich nur folgenden Bericht dieser Kamera empfehlen. welche mit einem 10 Mb Ethernetanschluss (!) seit vielen Jahrzehnten klaglos ihren Dienst verrichtet – wohl dem der ein solches Schätzchen noch einmal ergattert:

alte Netzwerkkamera
Das neue Leben der weltweit ersten Netzwerkkamera

USB Verkabelung und USB Hubs

Schließt Eure Kameras nicht direkt an den PC an, sondern immer über einen aktiven USB Hub. Je mehr Kameras, umso mehr Strom ziehen diese aus dem USB Anschluss. Der PC kann aber nur eine begrenzte Leistung zur Verfügung stellen. Hier liefert ein aktiver USB Hub eine eigenständige Stromversorgung, was eurer PC Leistung zu Gute kommt.

Die Verwendung eines USB Hubs hat noch einen weiteren Vorteil: USB Kabel darf maximal 5m lang werden – bis zum nächsten HUB. Deshalb den Hub auch in der Nähe der Kameras und nicht am PC positionieren.

Ihr benötigt kein High End Kabel – normales USB 2 Kabel reicht vollständig aus. Mehr als 5m erzielt man allerdings nur mit höherwertigem Kabel.

Ein typisches Problem: Manchmal werden besonders günstige USB Kabel verkauft die nicht vollständig belegt sind weil diese oft nur für die Stromversorgung des Handys verwendet werden. Wir benötigen aber auch die Datensignale der Kamera – deshalb darauf achten, das es kein reines Ladekabel ist.

Software zur Darstellung der Kameras

Wer schon einmal eine Großanlage besucht hat, der kennt bestimmt die Monitorleinwände welche alle Schattenbahnhöfe auf exklusiv dafür vorgesehenen Monitoren zeigt.

Auch manche Privatanlage hat solche Monitore – und würde ich es heute noch einmal bauen hätte ich zumindest einen speziellen Monitor über der Anlage bzw. an der Wand für die Schattenbahnhofskameras. Hab ich aber nicht.

Alle meine Kameras laufen in einem eigenständigen Kamerafenster. Die Software dazu ist kostenlos und nennt sich iSpy. iSpy unterstützt alle möglichen Arten von Kameras und zeigt diese ordentlich aufgereiht in einem eigenen Fenster wie ihr am Titelbild sehen könnt.

Die Sache mit der Beleuchtung

USB Kamera im Schattenbahnhof

Die meisten Schattenbahnhöfe befinden sich ja nun einmal im Untergrund – da ist es mit der Beleuchtung oftmals nicht weit her. Deshalb empfiehlt es sich den Schattenbahnhof zu beleuchten. LED Streifen sind ideal hierzu – auch wenn es dabei manchmal zum Flackern bei der Wiedergabe kommt. Es gibt LED Streifen sowohl für 12V – als auch mit einem Anschluss an USB. Ich bevorzuge allerdings LED Streifen die ich direkt an den Lichtstromtrafo anschließen kann.

Das hat noch einen weiteren Vorteil: Mittels DCC Kommandos kann ich die Untergrundbeleuchtung ein- und ausschalten! Das funktioniert mit der MobaLEDLib wunderbar – auch mit 12 V. Wer will kann sich aber auch mit den MobaLEDLib Bausteinen eine ganz individuelle Beleuchtung bauen – siehe dazu auch meinen Beitrag zu dieser Steuerung.

Warum aber überhaupt eine schaltbare Beleuchtung?

Dazu mal ein Bild von Nächternhausen mit eingeschalteter Schattenbahnhofsbeleuchtung

Dunkler Tunnel ?
Dunkler Tunnel ?

Ziemlich nervend wenn der Zug doch eigentlich in den dunklen Tunnel fahren soll!

Mittels schaltbarer Schattenbahnhofsbeleuchtung kann ich diese einschalten, wenn ich diese wirklich benötige.

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Bau eines Viadukts im Modell

Viadukt Naechternhausen
Viadukt Naechternhausen

Hinweis: Wer meine Seite öfter besucht, der hat sicher schon bemerkt, das dieser Artikel schon mal an anderer Stelle stand – aber in den Beiträgen macht es m.E. mehr Sinn als in einer versteckten Ecke der Hauptseiten. Daher hier nochmal die „offizielle“ Veröffentlichung als Beitrag.

Hiermit möchte ich beschreiben, wie das Viadukt in Nächternhausen entstanden ist.

Basisidee eines Viaduktes

Sämtliche im Handel vorkommen-den Bausätze sind nicht nur wenig realitätsnah, sondern auch an einen speziellen Radius gekoppelt (die meisten sind gar nur in der Geraden einsetzbar). Ein Selbstbau war daher angesagt – und ich muss dazu sagen, das es mein erster Selbstbau dieser Art war! Doch bevor es an die Umsetzung ging musste erstmal ein Bild her.

Machen Sie sich zuerst eine Skizze!

Schaut man von oben auf den betreffenden Abschnitt, so sieht das Ganze so aus:

Bild von oben - Viaduktbau
Bild von oben – Viaduktbau

Unten verläuft die Schmalspurstrecke und wie man sieht ist das Trassenbrett hier schon in Trapezform zugeschnitten.

Darunter sieht man den Streckenverlauf des späteren Wildbaches und der Schmalspur (HIer sieht man übrigens auch im Hintergrund die Gleise meines Gleiswendels – der läuft bei mir an der ganzen Wand entlang weil nicht genug Platz auf der Anlage war).

Um eine Vorstellung vom Gesamtbild zu bekommen – hier die gleiche Situation in der Draufsicht:

Viaduktbau - Gesamtsicht vorher
Viaduktbau – Gesamtsicht vorher

Frei in der Luft hängt hier die Trasse der Schmalspurbahn. Diese Trasse ist fest vorgegeben da hier durchgehend der Minimalradius einzuhalten war. In den vorderen Bereich kommt noch ein schräger Abschluss

Der Bau eines Viadukt erfolgt in der Regel erst nach den Trassenarbeiten. Um trotzdem Betrieb machen zu können sollte die Trasse in diesem Bereich bereits vorher fertiggestellt sein oder eine provisorische Trasse verlegt sein.

Da ich hier die besondere Situation eines Viadukts habe welches in eine Gleisharfe übergeht, kam eine provisorische Trasse nicht in Frage. Deshalb wurde die Trasse bereits vorab mit den entsprechenden Trapezformen versehen. Um diese zu erstellen bin ich wie folgt vorgegangen:

Erstellung des Fahrweges

Als erstes geht es darum festzulegen wieviele Brückenbögen vorzusehen sind und vor allem wie lang diese werden. Hier mal ein Bild mit simplem Nähgarn welches in den Eckbereichen der Trapezenden die späteren Stützen darstellen sollen.

Trassenbrett vorzeichnen
Trassenbrett vorzeichnen

Nun wäre das alles nicht so ein Riesenproblem, wenn wenigstens der Radius auf der Brücke konstant wäre – ist er aber nicht weil die Strecke hier in die erste Gleisharfe mündet und deshalb der Radius des äusseren Gleises langsam grösser wird. Daher ist erstmal Papier und Bleistift gefragt um ein genaues Abbild der späteren Brücke zu erhalten. Dazu wurde der innere Radius aus WinRail abgenommen (der ist konstant 543mm) und dann die Tangenten errechnet. Das gibt eine untere Trapezlänge pro Bogen von 12.6 mm und oben von 15.3 – 15.9 mm

Der obere Bereich des Trapezes wurde dann aus der Trassenbreite ermittelt. Damit lässt sich die Form unseres späteren Fahrwegs direkt auf’s Holz übertragen.

Wichtig: Vergessen Sie nicht mögliche Standorte für Oberleitungen. Diese lassen sich nachher nur schwer befestigen, wenn sie nicht direkt auf dem Fahrweg schon vorgesehen sind.

Bereits jetzt muss man sich auch Gedanken machen darüber wo die Bögen später auf dem Boden der Schlucht zu stehen kommen. Wie beim Vorbild sollte der Untergrund entsprechend vorbereitet waren – und als Problematik kam hier noch hinzu, das auch die Schmalspurstrecke ja einen Weg haben muss. Deshalb wurde vorab mit Nähgarn welches in den Ecken der späteren Bögen befestigt wurde der ungefähre Standort der Bögen auf dem Boden der Schlucht ermittelt:

Standortermittlung mittels Nähgarn
Standortermittlung mittels Nähgarn

Erst hiernach konnte der spätere Flussverlauf gezeichnet werden.

Erstellung der Viaduktbögen

Wer die Möglichkeit hat, sollte sich am PC mittels entsprechender Software (z.b. AutoCAD) ein entsprechendes 1:1 Modell auf Papier erstellen. Manuell geht es aber auch: Jedes Trapez hat genau 15 Grad Abweichung zum nächsten sodaß die Brückenträger in einem Winkel von 97,5 Grad zum unteren Trapez stehen. Damit erhalten wir die Bogenweiten der verschiedenen Bögen des Viaduktes. Aus den Werten Gleisinnenkreis 543 mm, Aussenkreis 602 mm, Trasenbreite 11cm , Viaduktradius 2,4 cm erhalten wir wiederum die Dicke und Trapezform der tragenden Mauern.

Viaduktbau - Erstellung der Bögen
Viaduktbau – Erstellung des 1. Bogens

Der innere Bogen hat jetzt einen Durchmesser von 9.2 mm. Was aber wichtig ist: Der Radius des Gleisbogens ist vorne natürlich geringer als hinten – und da die Bögen gleichen Radius haben sind die Pfeiler auch trapezförmig angeordnet.

Berücksichtigen Sie bei der Errechnung der Pfeilerform und der Bogendurchmesse auch die Dicke des verwendeten Baumaterials.

Als Holzunterkonstruktion wurde hier 4mm Sperrholz verwendet. Bei eingleisigen Brücken empfiehlt sich die s.g. Brandl-Methode bei der die Brücke aus Styrodur und mittels eines Heissschneidetischs geschnitten werden. Die gesamte Brücke hat übrigens keinen eigenen Fahrweg – an dieser Stelle wurden Abstandshalter eingesetzt welche nachher in den vorhandenen Fahrweg eingehängt werden. Das sieht dann so aus:

Viadukt - Fahrweg des Rohbaus
Viadukt – Fahrweg des Rohbaus (bereits mit Hekiplatten)

Sind alle Bögen und Pfeiler fertig ausgesägt sieht das Ganze dann schon einem Viadukt ähnlich – dabei ist zu eachten, das hier nur ein Einhängen in die Trasse erfolgte – das Viadkut hängt noch frei in der Luft:

Viadukt Rohbau mit Pfeilern
Viadukt Rohbau mit Pfeilern (noch frei schwebend)

Wenn dies alles zur Zufriedenheit ausschaut muss allerdings diese Konstruktion nach Unten einen festen Halt haben. Die Brückenpfeiler selbst sind jedoch nicht ideal dazu um einen wirklich dauerhaft festen Stand zu haben. Deshalb wurde eine Gewindestande in eine der Pfeiler eingesetzt und diese nach unten und oben fest verschraubt:

Viadukthalterung mit Gewindestange
Viadukthalterung mit Gewindestange

Oberflächenkonstruktion mit HEKI Platten

Nachdem dieser Rohbau fertiggestellt ist kann es nun endlich daran gehen die eigentliche Steinkonstruktion fertigzustellen. Dazu werden Styrodurplatten der Firma Heki verwendet und als erstes in die Bögen eingefügt . Damit dabei einigermaßen Stabilität vorhanden ist werden die Platten in den Bögen durch kleine Verbindungsleisten gestützt. (besser wäre biegbares dünnes Flugzeugbausperrholz):

Viaduktbau - Bogenerstellung
Viaduktbau – Bogenerstellung

In diese Unterkonstruktion können dann die gebogenen Platten eingefügt werden. Dabei muss hierbei schon der Rand und auch die Steine der Stützkonstruktion berücksichtigt werden. Dazu wurde s.g. Untertapete in 2mm Dicke verwendet. Dieses lässt sich wie Styrodur sehr gut mit dem Cuttermesser bearbeiten. Die Imitation der Steine kann nachher einfach mit einem Schraubenzieher in diese Streifen eingraviert werden.

Viaduktbau - Einbau Hekiplatten im Gewölbe
Viaduktbau – Einbau Hekiplatten im Gewölbe

Als nächstes müssen wir die Mauerplatten mittels eines speziellen Kantenschneiders (Heki 7051) entsprechend schräg schneiden. Zur Verklebung nutze ich UHU Pur und sichere die Kantenklebungen auf der Rückseite mit normalem Klebstoff und Resten aus Zeitungen.

Heki Platten bearbeiten
Heki Platten bearbeiten

Dabei bitte niemals die Steine der Hilfskonstruktion vergessen sowie die Decksteine der Umfassung. Auch diese sind schräg mit dem Kantenmesser geschnitten um die entsprechend Struktur darzustellen. Mittels Ponal werden die Hekiplatten dann auf unseren Rohbau aufgetragen. Am Ende sollten wir eine solche Konstruktion haben:

Viadukt - Rohbau mit Hekiplatten
Viadukt – Rohbau mit Hekiplatten

Wie man sieht ist die gesamte Konstruktion nach wie vor noch nicht eingebaut. Denn vor dem Einbau steht noch die Patinierung.

Einbau und Patinierung

In der Natur finden wir gerade bei Steinbogenviadukten niemals einheitlich glatte Flächen vor. Oft stehen Steine hervor oder es gibt Steine die herausgebrochen sind.

Unregelmässigkeiten sind das Salz in der Suppe – sie verleihen einem Modell erst ein Aussehen welches es kaum mehr vom Original unterscheiden lässt.

Aus diesem Grunde wurden einzelne Steine in den Platten herausgearbeitet indem punktweise (mit einem kleinen Zahnstocher) Kunststoffspachtel aufgetragen. Hier ein Bild welches bereits nach dem Patinieren gemacht wurde und deutlich diese hervorgehobenen Steine darstellt:

Steine hervorheben
Steine hervorheben

Wie man sieht ist die gesamte Konstruktion nach wie vor noch nicht eingebaut. Denn vor dem Einbau steht noch die Patinierung. Dazu wird die gesamte Konstruktion zunächst mittels Heki Dur Farbe 7102 (Granit) eingepinselt und sollte dann mindestens 24h trocknen. Danach wird in mehreren Schritten die Brücke mit Heki Lasurfarbe eingestrichen und dann diese mit einem nassen Schwamm (wie auch von Heki angegeben) wieder ausgewaschen. In den Vertiefungen bleibt dann der entsprechende „Dreck“ zurück.

Lasieren mittels Heki Farben
Lasieren mittels Heki Farben

Nun kann endlich der Einbau erfolgen. Vorab wurde – um die Wirkung zu testen – das gesamte Viadukt unter natürlichem Licht abgelichtet – hier kann man auch sehr gut noch Fehler ausbessern die nachher im Kunstlicht nur noch schwer zu entdecken sind, den Gesamteindruck aber beieinflussen

Aussenansicht Viadukt
Aussenansicht Viadukt

Auch hier wurden noch einzelne Akzente gesetzt wie man an dem „Unkraut“ auf den Mauersteinen der Hilfskonstruktion erkennen kann. Nun endlich kann der Einbau in die Anlage erfolgen – dabei müssen wir unsere Halterung in Form der Gewindestange von oben durch unsere Konstruktion setzen. Verwenden Sie dazu Unterlegscheiben und versenken sie die Schraubenmutter um eine plane Fahrebene zu erreichen.

Viadukt - finaler Einbau
Viadukt – finaler Einbau

Natürlich fehlen jetzt noch viele Details und natürlich kann jetzt erst der Landschaftsbau in diesem Bereich erfolgen. Ich habe hier vornehmlich Gips verwendet – aber auch gerade feine Eisengeländer sind ein echter Hingucker

Viaduktbau
Viaduktbau

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