Bau

Allgemeines

Modelleisenbahn im Bau
Modelleisenbahn im Bau

Der Plan ist fertig und nach wahrscheinlich vielen Umänderungen ist nun endlich die Zeit aus den eher theoretischen Phasen in die nächste praktische Phase des Baus der Anlage einzusteigen.

In dieser Phase geht es darum die Basis der Anlage aufzubauen – auch später werden wir noch Bauphasen haben und manche Anlage wird in vielen kleinen Teilen gebaut: Während manche Teile schon fix und fertig sind, werden andere noch von Grund auf geplant.

Um es gleich vorwegzunehmen: Wir benötigen in der Bauphase vor allem Holzverarbeitung – aber keine Angst: Wir müssen dazu nicht das Schreinerhandwerk erlernen! In der Sektion Tipps und Tricks finden sie eine Auflistung der notwendigen Materialien und Werkzeuge für die jeweilige Bauphase.

Räumlichkeit vorbereiten

Es hört sich trivial an, aber der Raum muss so vorbereitet sein, dass die Anlage auch darin aufgebaut werden kann. Dabei geht es nicht nur um einen festen Bodenbelag und Wände und Türen. Hier mal eine kleine Checkliste:

  • Beleuchtung: Die Anlage ins rechte Licht zu setzen hat nur am Rande damit zu tun, das die Ausleuchtung für spätere Fotos wesentlich einfacher zu bewerkstelligen ist. Vor allem aber wirkt eine Anlage wesentlich besser wenn sie richtig ausgeleuchtet ist.
  • Hier hat sicherlich jeder seine eigenen Vorlieben, ich habe allerdings sehr gute Erfahrungen mit einer Kombination aus indirektem Licht an der Wand mittels Leuchtstoffröhren und Spotlights vor dem Anlagenrand welche die Sonneneinstrahlung darstellen gemacht. (siehe oberes Bild). Bei den Farben sollten wir immer warmweiße Farben bevorzugen.
  • Tag/Nacht Steuerung: Man kennt es vielleicht von großen Vorführanlagen wie dem Modellbahnwunderland in Hamburg. Da wird regelmäßig das Licht gedämmt, es dämmert, ein Blitz durchzuckt die Nacht usw. Im Privatbereich ist so etwas auch mit wenig Aufwand machbar. Aber wenn ihr euch dafür entscheidet solltet ihr euch vor Aufbau der Anlage mit der Technik vertraut machen – hinterher ist dies meist nur mit großem Aufwand – wenn überhaupt – einzubauen. Beispiele für solche Steuerungen sind das IntelliLight von Uhlenbrock. In Nächternhausen habe ich leider zu spät von solchen Lösungen erfahren….
Schaltschrank geöffnetSchaltschrank Geschlossen
Schaltschrank
  • Stromversorgung: Die Leitungsführung von Modellbahn-Stromversorgung und 230V Stromversorgung solltet ihr räumlich trennen. Die Modellbahnverkabelung kann an die Anlage, die 230V Verkabelung muss auf den Boden. Und berücksichtigt auch, dass ihr vielleicht von einem späteren zentralen Steuerpult auch den 220V Teil schalten wollt. Hier rate ich dringend einen Fachmann zu Rate zu ziehen! Je nach Größe der Anlage empfehle ich getrennte Stromkreise und einen eigenen Verteilerschrank zu verwenden für die unterschiedlichen Teile der Anlage wie Raumlicht, Fahren, Schalten, Steckdosen. Sichert die verschiedenen Stromkreise für Licht, Trafos und Steckdosen über eine eigenständige Sicherung ab!
  • Rauchmelder: Es ist schneller passiert als ihr denkt – es reicht oft schon wenn ihreinen Kurzschluss im Massekabel habt, an einer Stelle die vielleicht gerade nur mit einem dünnen Kabel angeschaltet war. Das Kabel brennt regelrecht und wohl dem der für solche Fälle vorgesorgt hat. Es gibt nicht wenige Betreiber die auch einen Feuerlöscher zum Eingang zur Moba platziert haben. Hört sich vielleicht übervorsichtig an, aber schauet mal im Netz wie viele Beispiele von abgebrannten Anlagen es dort gibt! Ihr werdet erstaunt sein. Und beachtet auch die Hinweise zu Vorsicherungen und Transformatorleistungen.
  • Bodenbelag: Eine Anlage auf alten gebogenen Dielenbrettern macht keinen Spaß. Ein ebener Boden sollte es schon sein – dabei ist es egal ob Fliesen, Vinyl oder Laminat. Bedenkt aber, das ihr häufig die Anlage von unten sehen werden (Stichwort Elektrik) und ein kalter Boden nicht immer von Vorteil ist.
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Vom Plan zum ersten Bau

Dazu empfehle ich den Holzhändler Eures Vertrauens – und wenn keiner in der Nähe ist kann es auch der Baumarkt übernehmen. Mit der Planungssoftware solltet ihr eine Liste aller Rahmenteile erstellt haben – und auch wenn ihr eine absolut rechtwinklige Anlage habt wo nahezu alle Teile fast gleich sind empfehle ich:


Die Planungsliste mit Nummern versehen und bei der Bestellung beim Holzhändler mit abgeben und ihn bitten alle geschnittenen Teile mit den Nummern zu markieren die ihr vergeben habt!

In der Regel wird der Händler dazu ein wenig Zeit brauchen und es gibt nicht wenige Modellbahner die zur Abholung – insbesondere bei etwas größeren Anlagen – dann erst mal mit einem Anhänger die Teile abholen mussten…


Auch sollte man daran denken das Holz nach der Anlieferung erst mal am Zielort einige Tage zu lagern. Holz arbeitet und muss sich an die Umgebungstemperatur und Luftfeuchtigkeit des Raumes anpassen.

Nächternhausen ist hier sicher ein Sonderfall, weil es nicht nur rechtwinklige, sondern auch diverse “krumme” Seiten gab – zum Verständnis sieht man oben einen kleinen Ausschnitt einer solchen Holzliste

Es gibt übrigens diverse unterschiedliche Sperrholzarten – ich empfehle hier Pappelsperrholz zu verwenden – es ist für die Festigkeit voll ausreichend und kann optimal verarbeitet werden.

Aber wie kommt man jetzt vom Plan zum Rohbau? Und wie erhalte ich eine Holzliste? Woran erkenne ich wie ich die Teile später zusammenbaue?

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Rahmenbau

Für den Rahmenbau ist unser Übersichtsplan der Spanten wiederum von Vorteil den wir in der Planungsphase erstellt haben. Hier ist auch deutlich zu erkennen, das nicht alle Spanten immer gleich zu liegen kommen – es gibt kleinere und größere, schräge und manchmal auch ausgelassene Felder.

Gleisplan von Nächternhausen (WinRail)

Wer eine Anlage baut in der alle Gleise auf einer einzigen Höhe liegen der braucht jetzt nicht weiter zu lesen. Aber wir haben ja eine Rahmenbauweise bei der die Spanten von einem Höhenprofil durch schnitten werden und wir müssen in die verschiedenen Holzteile an den richtigen Stellen entsprechende “Durchbrüche” schneiden auf denen später unsere Gleistrassen zu liegen kommen. Außerdem sollten die oberen Teile natürlich auch unserem späteren Höhenprofil auf der Anlage folgen!

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Wie baue ich den Rahmen zusammen?

Wir benötigen für unseren Rahmenbau eine Darstellung des Querschnitts. Hier hilft uns eine allgemeine Darstellung des gesamten Querschnitts den wir aus der Planungssoftware erhalten:

Spantenplan

Auf obigem Bild erkennt man an den kleinen horizontalen Strichen wo wir nachher Gleise liegen haben. Auch sehen wir hier welches Gleis an dieser Stelle zu liegen kommt.

Nun mag es Spanten geben die wir 1:1 so verwenden können wie sie vom Holzhändler kommen. Die meisten müssen aber angepasst werden und hier hilft eigentlich nur ein 1:1 Ausdruck unserer jeweiligen Holzteile. Die wenigsten von Euch werden einen DIN A0 Plotter zur Verfügung haben – aber auch mit DIN A4 funktioniert es wenn man die einzelnen Seiten später von Hand wieder zusammenklebt. Das nebenstehende Bild ist ein Beispiel eines einzelnen DIN A4 Ausschnittes eines einzelnen Abschnittes

Wichtig sind hier die beiden unteren und die obere horizontale Markierungen mit den Pfeilspitzen. Die Nummer beschreibt lediglich die Nummer des Gleises. Aber die Markierung (horizontaler Strich) beschreibt den Mittelpunkt der Gleislage. An dieser Stelle müssen wir ein Rechteck aussägen welches unsere spätere – horizontal verlaufende – Trasse aufnehmen kann. Heutige Gleisplanungssoftware zeichnet einem hoffentlich auch die Größe des Rechtecks aus – damals musste man sich das noch selbst errechnen. Dabei nicht vergessen, das bei in der Kurve liegenden Gleisen die Trassenbreite wesentlich größer sein muss als bei geraden Strecken. Ein gutes Hilfsmittel ist hier die s.g. NEM Norm – die Norm Europäischer Modelleisenbahnen. Bei zu enger Durchfahrt bleiben sonst lange Wagen schnell hängen!

In der NEM Norm NEM 102 und NEM 103  kann man die Breite der Trassenbretter in Abhängigkeit vom gewählten Radius und die Durchfahrtshöhe gut ablesen.

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Wie berechne ich die Höhe und Breite der Trassen?

Die Norm im Bogen ist abhängig von den eingesetzten Fahrzeugen – wenn also lange vierachsige Reisezugwagen in einem 500mm Radius eingesetzt werden ist eine breitere Trasse vorzusehen. Die Durchfahrtshöhe gilt in obigen Normen außerdem ab der jeweiligen Schienenoberkante (SO). Daher muss beim Aussägen der Durchfahrt noch die Dicke der Holztrasse, die Höhe der Schienen, sowie die unterliegende Bettung mit hinzugerechnet werden!

Beachtet, das die Norm immer nur ab Schienenoberkante gilt – die Höhe der Schienen, Bettung usw. müsst ihr hinzu rechnen!

Außerdem ist zu beachten, ob man mit, oder ohne Oberleitungsbetrieb fahren will. Dazu bitte auch unter dem Kapitel Oberleitung nachschauen und die Höhe entsprechend mit einplanen. In eingebautem Zustand lässt sich die Höhe nur schwierig wieder ändern – deshalb lieber etwas mehr “Luft” einplanen! Wer sicher gehen will nimmt sich einen ausgedruckten Trassenplan in 1:1 und testet den Platzbedarf links und rechts des Gleises mit dem längsten Wagen aus indem mittig ein Stift befestigt wird1hier hilft ein Bleistift den man mittels eines Gummirings am Wagen befestigt, sodass die Spitze des Bleistifts den Boden berührt. Mit dieser Methode können wir auch später die Trassenbreiten aussägen (-> Gleisverlegung)

Das unten stehende Bild zeigt sowohl die hier verwendete offene Rahmenbauweise , als auch die entsprechenden Ausschnitte in den Holzspanten. Diese Spanten sitzen senkrecht – in diesem Falle auf einem Basisrahmen nach der s.g. L-Träger Methode.

Eine sehr gute Einführung über die Technik des “Anlagenunterbau” liefert das gleichnamige Heft von Rolf Knipper (1994) welches ich nur empfehlen kann. Es ist nach wie vor im Fachhandel erhältlich.

Verbindung von Trassen im Untergrund

Wie verbinde ich Trassenbretter? Und wo fange ich an?

Das obige Bild zeigt wie man die Trassenbretter mit einem kleinen unter gelegten Brettchen verbindet.

Bei den jetzt folgenden Sägearbeiten sollte man nicht gleich alles auf einmal sägen, sondern sich Stück für Stück vorarbeiten – also Rahmen für Rahmen. Und natürlich von Unten nach Oben. Eine Hilfestellung ist nachstehendes Bild aus der Anfangszeit von Nächternhausen:

L-Träger und Spanten
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Darauf steht die Anlage: L-Träger und offener Rahmen

Der Grund für eine gemischte Bauweise mit L-Träger (links oben im Bild zu sehen) als auch in vollständig offener Rahmenbauweise (rechts) liegt in der Tatsache, dass auf den L-Träger der spätere Bahnhof zu liegen kommt, welcher eine wesentlich höhere Last aufweist als z.B. der Schattenbahnhof den wir rechts sehen. Für Nächternhausen hatte ich zum Glück einen DIN A3 Drucker, mit dem ich die Gleisbilder direkt aus der Planungssoftware drucken und zusammenkleben konnte. Das gibt nicht nur direkt eine gute Übersicht über die spätere Lage der Gleise, sondern auf Basis dieser Ausdrucke wurden dann auch die späteren Trassenbretter zurecht gesägt. Auf dem Boden sieht man außerdem eine selbst gebastelten kleinen Rollwagen der für liegende Arbeiten äußerst gute Dienste leistete.

Wie kommt der Gleisplan aufs Holz?

Die Gleisplanungssoftware gibt einem die Möglichkeit auch gleichzeitig das erforderliche Lichtraumprofil mit auszudrucken – außerdem zeigt es uns auch Trennstellen im Gleis bzw. die verschiedenen einzelnen Gleise an (das sind die Verbindungskreise zwischen den Schienen im unteren Bild)

Gleisverlegung

Auch hier sind zwei kleine Details zu erkennen: In der hinteren Ecke wurde eine Steigleitung für die 220V Anschlüsse verlegt die später zu unseren Hauptanschlüssen führen. Und die Heizung wurde nach oben verlegt, da diese sonst massiv den Stellfüßen der Anlage im Weg gewesen wäre (und natürlich auch unter der Anlage wenig Sinn gehabt hätte)

Wie erziele ich optimale Steigungen?

In Steigungen die Trassenbretter niemals direkt aussägen und ansetzen sondern einen homogenen Übergang zwischen Horizontaler und Beginn der Steigung herstellen!

Dazu sägt man entweder die Trasse aus dem vorhandenen Bereich aus und lässt nur das Ende noch verbunden und biegt dann die Trasse leicht im gewünschten Steigungswinkel nach oben. Bei freier Strecke sollte der Übergang zwischen Steigung und Horizontaler niemals eine Trassenverbindung aufweisen sondern in einem durch gehen – zumindest die nächsten 8cm nach dem Wechsel sollten durchgehend sein. Bedenkt bitte, das nur eine plane Verlegung spätere Entgleisungen vermeidet. Niemals Weichen in eine Steigung legen – dies führt zu Entgleisung in den Herzstücken.

Prüft die Steigung kontinuierlich mit einer Wasserwaage bzw. dem Auge einer Wasserwaage. Eine Waage ist oft zu lang für das jeweilige Stück. Macht euch vorher vorher Markierungen auf die Waage sodass ihr direkt erkennen könnt, ob die maximale Steigung überschritten wurde.

Wenn die unterste Ebene erstellt ist , diese mit weißer Farbe von unten anstreichen – es reicht dazu einfache und günstige Plakafarbe

Leider habe ich diesen Tipp erst sehr spät erfahren und ich ärgere mich heute darüber das ich es nicht gemacht habe: Eine weiße Oberfläche erleichtert die Kabelführung massiv. Wer nicht alle Ebenen streichen will für den sei empfohlen auf jeden Fall die Bahnhofsebene von unten weiß zu streichen, da dort nachher die meisten Kabel entlang geführt werden.

Auf die Trassen sollten wir von unten außerdem die Trennstellen markieren – jeweils auch ob es sich um eine Trennstelle an der linken und rechten Schiene handelt. Wenn später einmal eine Trennstelle Probleme macht, so findet man diese kaum im Untergrund wieder weil man ja nicht mehr von oben drauf sehen kann.

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Hintergründiges

Wer viel Platz hat, der hat vielleicht die Möglichkeit auch einen so genannten Wartungsgang frei zu halten. Das hat auch den großen Vorteil, das man sich zu diesem Zeitpunkt des Anlagenbaus noch wenig Gedanken machen muss um den späteren Hintergrund der Anlage. In Nächternhausen hatte ich dieses Glück leider nicht: Die Anlage reicht bis an die Wand heran – und wenn man zusätzlich noch ein Geländeprofil hat welches unterschiedliche Höhen aufweist, so wird man später massiv Probleme bekommen noch nachträglich einen Hintergrund mit vorzusehen.

Verlegt den Hintergrund so früh wie möglich. Eine spätere Einarbeitung eines Hintergrundes ist nur mit sehr hohem Aufwand möglich!

Und macht euch Gedanken darüber was für einen Hintergrund ihr verwenden wollen. Es gibt viele tolle Anlagen deren Wirkung sich durch einen falsch gewählten oder unrealistischen Hintergrund massiv verschlechtert.

Empfehlungen zur Hintergrundauswahl

Folgende Punkte empfehle ich zu beachten:

  • Optimal ist ein selbst erstellter individueller fotorealistischer Hintergrund auf Fototapete – dabei wird ein hochauflösendes Panorama Foto mit einer 360-Grad Kamera im richtigen Verhältnis und Abstand aufgenommen und dann als Hintergrund verwendet indem dieser auf Fototapete ausgedruckt wird. Nachteil: Nur die wenigsten Modellbauer werden das Wissen und die Mittel haben um dies vollständig selbst zu machen.
  • Natürlich kann man den individuellen Hintergrund auch von professioneller Seite drucken lassen. Nachteil: Mit ca. 90€/m² schnell sehr teuer! Vorteil: Es gibt nichts Besseres! (z.B. Jowi2http://www.modellbahn-hintergrund.com/)
  • Eine Variante des fotorealistischen Hintergrundes ist ein bereits fertiger fotorealistischer Hintergrund. Nachteil: Passt vielleicht nicht unbedingt zum Anlagenthema und keine Lösung für Rundumanlagen.
  • Der leicht stilisierte Hintergrund auf Fototapete (z.B. Faller, Auhagen) – Ein Kompromiss den man bei vielen Anlagen findet – allerdings schwindet damit oft auch der individuelle Charakter.
  • Der selbst gemalte Hintergrund. Als reiner Wolkenhintergrund kann eine Eigenkreation durchaus überzeugen. Allerdings ist das realistische Malen von Wolken wesentlich schwieriger als man denkt. Vorteil: Sehr günstig und individuell Nachteil: benötigt man Malerambitionen zu.
Wirkung eines Wolkenhintergrundes

Hintergrund montieren

In Nächternhausen wollte ich ursprünglich einen fotorealistischen Hintergrund verwenden – alleine die Preise dafür haben mich davon abgehalten. Hinzu kommt, das Nächternhausen eine An-der-Wand-lang Anlage ist. Der Hintergrund hätte also eine 360° Aufnahme sein müssen. Deshalb habe ich mich auf einen Standardhintergrund von Faller festgelegt der größtenteils als Wolkenhintergrund Verwendung fand. Dabei kamen 3mm Hartfaserplatten zum Einsatz welche in den Ecken ausgerundet wurden.

Die Vorgehensweise zur Verlegung des Hintergrundes ist dabei wie folgt:

  • Hartfaserplatten in der benötigten Länge und Höhe (maximal aber in der Höhe des Hintergrundes abzüglich ca. 2 cm (s.u.)) schneiden. Ich habe dazu ein gutes Cuttermesser verwendet – die Vorgehensweise ist wie bei Rigipsplatten.
  • Die Hartfaserplatten grundieren (entfällt wenn die Platten einseitig beschichtet sind – dann kommt die Fototapete auf die beschichtete Seite)
  • Im Bereich von Rundungen müssen die Platten an der Rückseite (!) mit Kleister eingestrichen und mit Papier beklebt werden – das Holz reißt sonst im vorderen Bereich wieder da es einseitig beklebt ist. An diesen Stellen dann auch rückseitig erst grundieren.
  • Die Hartfaserplatten an die Wände montieren. Ich habe dazu beidseitiges Klebeband verwendet und zusätzlich oben und unten noch die Platten mit Heißkleber gesichert. Die Sicherung mit Heißkleber an den Rändern aber erst ganz am Schluss durchführen weil sonst die Überstände nicht sauber geschnitten werden können.
  • Nach der Montage der Platten sollten die Übergänge abgeschliffen werden – wenn es Luft dazwischen gibt diese mit Spachtel verfüllen und danach abschleifen. Auch hier muss dann grundiert werden.
  • Einkleistern der 1. Bahn mit Tapetenkleister. Bei einer Rundumanlage dabei vor allem auf eine absolut horizontale Ausrichtung der 1. Bahn achten wenn diese auf die Hartfaserplatte kommt. Das ist ähnlich wie bei Tapeten – am Besten Ihr schaut Euch dazu mal die Hinweise im Internet an. Gerade bei Fototapeten muss man etwas anders arbeiten was das Aufkleben anbelangt – oftmals hilft auch eine Anfrage beim Hersteller wenn es ein individueller Hintergrund ist.
  • Beim Aufbringen 1-2 cm oben und unten überstehen lassen. Hier kann nachher eine gerade Kante abgeschnitten werden

Hintergründiges zum Hintergrund

Wer sich den Hintergrund von Nächternhausen ansieht wird feststellen, dass ich die obigen Hinweise leider auch erst selbst viel zu spät erfahren habe. Ich hatte vor allem den Fehler gemacht die Übergänge nicht zu glätten und den Kleister zu dick anzurühren.

Trotz des Preises würde ich heute Fototapete verwenden – es sieht einfach so viel besser aus als der endlose Himmelhintergrund. Und diese Fototapete würde ich außerdem von einem Maler anbringen lassen – das Ausrichten und das genaue Sicherstellen der Übergänge ist nur was für Fachleute.

Weiterhin kann ich nur dringend empfehlen den angebrachten Hintergrund danach abzudecken. Die folgenden Arbeiten mit Gips und Farbe würden den Hintergrund sonst schnell zerstören. 3 (ich habe dazu Frischhaltefolie genommen weil diese – anders als Papier – nicht durchnässen kann. Hinzu kommt die Möglichkeit die Folie einfach zu schneiden wenn diese an Felsrändern nachher fest in Gips liegt).

Fest installierte Anlagen wirken am Besten mit einem fotorealistischen Hintergrund. Bei der Anbringung solcher Hintergründe sollte man vorher erst üben – oder eine Fachmann zu Rate ziehen.

Da der Hintergrund vor allen anderen Arbeiten passiert: Diesen unbedingt nach dem Anbringen abdecken!

Hintergrund und Halbrelief – was ist denn das?

Ein Hintergrund kann man ideal mit Halbreliefgebäuden optimieren.

Es gibt inzwischen auch Hersteller die solche Gebäude fertigen wie die Firma Auhagen oder MBZ. Auch wenn manch Modellbahner die Nase rümpfen wird: auch Kartonbauten wirken – gerade im Hintergrund – oftmals sehr gut. Wie man an den Bildern erkennen kann habe

Halbreliefgebäude mit Durchfahrt

ich in Nächternhausen beide Varianten eingesetzt (Die Kartonmodelle sind von der Firma Jowi). Rechts im Bild ein “halbiertes” Fabrikgebäude welches zudem noch als getarnte Durchfahrt für ein darunter liegendes Gleis dient.

Kartonbauten im Hintergrund wirken besonders gut durch zusätzlich angebrachte, erhabene Vorbauten, Fensterbreter etc.

 

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Gleisbau

Nun haben wir zwar endlich unsere Trassenbretter verlegt, aber wie kommen nun die Gleise auf die Bretter? Gerade wenn wir Flexgleise verwenden kann es sehr schwierig werden die Flexgleise sowohl im richtigen Abstand, als auch im richtigen Radius zu verlegen. Wenn es um die Gleisverlegung geht, dann gilt aber:

Auch wenn es ökologisch sinnvoll erscheint, aber: Verwenden Sie keine alten Gleise aus früheren Anlagen – es sei denn diese sind wirklich in einwandfreiem Zustand!

In Nächternhausen habe ich nur 2 ältere Tillig-Weichen einer ehemaligen Anlage verwendet welche nach genauer Inspektion wirklich noch einwandfrei in Schuss waren. Beide Weichen wurden an leicht austauschbaren Stellen im Untergrund verwendet.

Darauf liegt unser Gleis – die Gleisbettung

Man ist schnell verleitet gleich die Gleise zu verlegen – aber vorher sollten wir noch an unsere Gleisbettung denken. Es gibt im Handel Gleise welche mit einer fertigen Bettung daher kommen (z.B. Roco Line). Ich empfehle aber Gleise zu verwenden die ohne Bettung daher kommen – auch weil wir gerade im Untergrund keine schön geformte Bettung, sondern eine geräuschdämpfende Bettung benötigen.

Die Gleise direkt aufs Holz zu nageln erzeugt einen dermaßen lauten Klangkörper, dass der Spaß an der Anlage ganz schnell aufhört.

Verlegt das Gleis durchgehend auf eine geräuschdämpfende Bettung welche im sichtbaren Bereich einem realistischen Bettungskörper entspricht.

Als Bettung gibt es nun diverse Varianten – ich selbst habe hier Korkplatten in 5mm Dicke verwendet. Diese sind günstig in gut sortierten Baumärkten zu erhalten und mit dem Cuttermesser einfach zu bearbeiten. Außerdem lässt sich Kork auch in Kurven sehr gut verwendet wenn man jeweils 2 Korkstreifen nebeneinander klebt. Das sieht dann so aus:

Korkbettung im Bahnhofsbereich

Wie man an obigem Bild sieht wurden hier die Gleise schon aufgeklebt – dazu aber später mehr. Im Bahnhofsbereich und im Untergrund kann man die Korkstreifen direkt auf den Holzuntergrund kleben – dazu ist mit Wasser verdünnter Weissleim ideal. Ein Mischungsverhältnis von 1:1 ist in der Regel ausreichend.

Verwende Korkplatten in einer Dicke von 4 – 5 mm als Bettung und klebe diese mittels verdünntem Weißleim auf den Untergrund. Niemals Gleise direkt auf das Holz kleben oder nageln

Für den unterirdischen Teil sowie die Bahnhofsbereiche benötigt ihr keine Böschungen – hier können die Korkplatten direkt aufs Holz. Im Bahnhofsbereich die Korkplatten großflächig als Untergrund verwenden um zu vermeiden das an diesen Stellen nachher mühsam der Boden wieder auf-gefüttert werden muss. Dort wo nachher auch eine Böschung zum Einsatz kommt sollte der Kork mittels Cuttermesser direkt schräg angeschnitten werden. Der Grad der Schräge wie auch die Breite des Kork bei ein- und mehrgleisigen Strecken liefert die NEM 122 und NEM 123. Bei mehrgleisigen Strecken sind übrigens die mittigen Gleisbereiche verfüllt – es ist also dort nur jeweils links und rechts der mehrgleisigen Strecke die Böschung abzuschrägen.

Für ein realistisches Gleisbett ist es wichtig, das schon beim Verlegen der Gleise die unterliegende Bettung gemäß NEM 122 angeschrägt wird und verlegt wird. Indem man die Bettung in 2 Teile mittig zerschneidet, lässt sich der Kork auch sehr gut im Bogen verlegen.

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Wie kommen die Gleisbögen aufs Holz?

Auch wenn es heutzutage keine Schreibmaschinen mehr gibt – zum Glück gibt es noch Durchschlagpapier :-).

Durchschlagpapier für Schreibmaschinen ist ideal um Plan und Gleisverlauf auf die Trassen bzw. Platte zu übertragen.

Wenn man nun – wie in obigem Bild gezeigt – den 1:1 Ausdruck auslegt, so legt man das Durchschlagpapier aufs Holz und fixiert Ausdruck und Holz mit kleinen Stiften. Dann zeichnet man sowohl den Gleisverlauf als auch den Verlauf des Lichtraumprofils entsprechend nach. Letzteres benötigen wir, falls später Stützen auf das Holz kommen und wir vermeiden damit das diese ins Lichtraumprofil hineinragen und so später lange Reisezugwagen daran hängen bleiben. Wo bereits ein Korkuntergrund liegt, können direkt die Gleisverläufe nachgezeichnet werden. In Bereichen ohne Korkuntergrund sollte das Lichtraumprofil (!) und der Gleisverlauf auf die Grundplatte gezeichnet werden.

Gleisführung über mehrere Ebenen und Korkbettung

In obigem Bild sieht man sehr deutlich den Unterschied zwischen angeschrägter Gleisbettung für den oberirdischen Bereich (oberes Gleis) und der Verlegung direkt auf normal geschnittenen Korkplatten im Untergrund.

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Gleisverlegung

Gleisverlegung und die Elektrik

Bevor ihrdas Gleis verlegt, solltet ihr euch Gedanken zur Elektrik machen, und hier insbesondere dazu welche Gleisbereiche besonders überwacht werden sollen. In einem später kaum mehr einsehbaren Schattenbahnhof ist es wichtig, das die Loks wirklich punktgenau vor der Weiche halten – hier sollte man also eine Gleistrennung vorsehen. Und natürlich benötigen wir bei allen Weichen und den Weichenherzen eine Gleistrennung. Und dann natürlich bei allen Blockbereichen und vielleicht auch noch vor Signalen und und und. Sie merken schon: Es gibt viele solcher Abschnitte:

Verwendet an so vielen Punkten wie möglich Stromanschlüsse an den Gleisen – lieber einer zu viel als zu wenig.

In der Regel sollten wir aber auf jeden Fall alle 2m einen Einspeisung vorsehen – auch wenn eine Trennung innerhalb dieses Bereiches nicht vorgesehen ist. Warum dies trotzdem wichtig ist dazu später mehr im Elektrikbereich.

Bei Gleichstrom verwenden wir in der Regel einen gemeinsamen Masseleiter auf der linken oder rechten Schiene. In Bereichen wo später mehrere Trennungen auf wenigen Metern vorgesehen sind reicht daher ein einseitiger Anschluss. Nun gibt es diverse Möglichkeiten die Gleise mit Strom zu versorgen: Anlöten von unten, Anlöten am Profil, Einspeisung über spezielle Schienenklammern, Einspeisung über Schienenprofile mit Kabeln, Anlöten am Schienenprofil und sicherlich noch einige andere Varianten. In Foren finden sich viele Hinweise was gerade besser oder schlechter ist, aber meine Gleise liegen jetzt seit ca. 15 Jahren und ich hatte noch nie Kontaktprobleme durch brüchige oder fehlerhafte Stromanschlüsse am Gleis (wo ist Holz?).

Verlötung einer Weichenverbindung

Dabei wird ein Stück vom Gleissteg von unten mit einem Cutter abgelängt und an dieser Stelle wird der Stromanschluss angelötet. Das funktioniert auch ohne High-End Lötkolben – einzig sollte man darauf achten das Gleis nicht zu heiß werden zu lassen damit die Schwellen sich nicht verformen! In obigem Bild sieht man direkt mehrere solcher Lötstellen an einer Weichenverbindung.

Denkt daran die Stromanschlüsse vor der Gleisverlegung von unten (!) ans Gleis zu löten.

Es gibt einige Gleishersteller (z.b. Tillig), die ein gebräuntes Profil verwenden. Um darauf von unten zu löten muss vorher die Bräunung mittels kleiner Flex oder Schmirgelpapier entfernt werden.

Gleisverlegung mit Flexgleisen

Bei der Gleisverlegung merkt man oft warum doch noch so häufig standardisierte Gleise anstatt Flexgleise Verwendung finden: Die Verlegung von Flexgleis ist aufwändiger!

Allerdings gibt es einige Hilfsmittel, die dir bei der Verlegung helfen – hier sind insbesondere Gleisklammern zu nennen. Diese fixieren das Flexgleis, da dieses sich sonst immer wieder in die Standardlage zurückbewegt. Schauen Sie sich auch die vielen hilfreichen Hinweise im Internet und auf Youtube an. Da sich die Schienenprofile in Kurven verschieben müssen diese abgelängt werden – wenn die Gleisklammern befestigt sind lassen sich die Profile einfach mittels kleiner Trennscheibe ablängen.

Gleisklammern gibt es von verschiedenen Firmen – u.a. von Fohrmann (siehe hier). Aber auch der Selbstbau mit 3D Druck ist heute möglich und einfach zu bewerkstelligen.

Trennende Trennstellen

Wenn es schon Trennstellen gibt die ihr auf jeden Fall für die Schienentrennung benötigt, so solltet ihr hierfür spezielle Schienenverbinder aus Kunststoff verwenden. Manche Schienenverbinder sind leider etwas zu weit – andere zu schmal. Stellt sicher das ihr Verbinder wählt, die fest auf dem Gleisprofil sitzen – wenn durch zu locker sitzende Verbinder kein Strom fließt und die Züge stehen bleiben ist später der Ärger sonst vorprogrammiert.

Spätere Schienenunterbrechungen sind trotzdem möglich. Diese werden nach der Gleisverlegung mittels Trennscheibe unterbrochen – die Trennung danach mittels Uhu Hart fixieren (auch Metall verformt sich!). Trotzdem sollten man diese Art der Trennung vermeiden – gerade in Kurven kann die Gleislage sonst so stark gestört werden, das die Züge hier entgleisen.

Schienenverbinder dienen nicht nur dazu den Strom weiterzuleiten, sondern auch dazu die Gleislage sicherzustellen. Achtet beim Einsetzen der Verbinder darauf, das diese wirklich richtig und fest auf dem Gleisprofil sitzen.

Manche Verbinder wollen sich leider manchmal beim besten Willen nicht mit den Gegengleis verbinden. Hier hilft folgender Tipp:

Die Endpunkte an denen die Schienenverbinder aufgesetzt werden sollten vor Einbau des Gleises von unten mit einer Feile leicht angeschrägt werden – dann klappt es auch den Verbinder einzusetzen.

Und dann gibt es noch das Problem, das beim Zusammenschieben der Gleise am Verbinder sich leider die Gleise bewegen. Ich habe mir dabei schon einmal eine H0e-Weiche von Tillig zerlegt.

Deshalb:

Schienenverbinder nicht von Hand zusammen schieben – nehmt 2 Flachzangen und schiebt die Profile mit den Flachzangen zusammen. So ist garantiert, das die Gleise nicht aus der Halterung heraus brechen können.

Gleise nageln oder kleben?

Gleise auf keinen Fall auf den Untergrund nageln sondern nur kleben

Selbst wenn man die Nägel im Untergrund nicht sieht, aber beim Nageln überträgt sich der Schall auf den Untergrund – und der Eindruck von manch einer toll durch gestylten Anlage wird durch die lautstarken Züge im Untergrund total zunichte gemacht4 (So steht es zumindest in vielen Foren und so habe ich es auch im überirdischen Teil durchweg gemacht). Unterirdisch aber habe ich auch mal ab und an Nägel verwendet – und damit meine eigene Regel ad absurdum geführt. In der Regel ist aber der Schallübertrag nicht so stark wenn man die Nägel nur ganz leicht eindrückt, sodass der Nagelkopf gerade so Berührung mit der Schwelle hat.

Apropos Kleber: Es gibt viele tolle Hinweise auf Gleiskleber von diversen Firmen im Netz – ich empfehle aber einen normalen Universalkleber zu verwenden. Dieser ist jedoch weiß und quellt manchmal durch die Schienen. Einfach mit schwarzer Plakafarbe grau einfärben und schon ist dieses Problem beseitigt. Nebenstehendes Bild zeigt die Gleisbettung vor der Gleisverlegung. Die Klebestreifen dienen dazu die Bohrung für den Servoantrieb zu verkleinern.

Das erste Gleis liegt! Patinierung

Wenn das Gleis verlegt ist stehen natürlich erstmals Probefahrten an. Hier zeigt sich allerdings auch ein Nachteil des Klebers: Er wird schon nach ca. 1h fest, sodass man nicht allzu lange Zeit hat für Korrekturen!

Sind alle Probefahrten zur Zufriedenheit verlaufen geht es an das Patinieren des Gleises. Der Plastikglanz ist später ein echtes Problem weshalb alle meine Schienen (natürlich nur im oberirdischen Bereich) eingefärbt wurden. Eine Airbrush ist hierzu natürlich ideal weil man es direkt auf der Anlage in einem Stück machen kann. Flexgleise sollte man tunlichst nicht vorher schon einfärben – sonst ist es mit der “Flexibilität” schnell hinüber… Als Farbenhersteller verwende ich die Firma Vallejo – aber das bleibt jedem selbst überlassen. Die Schienenprofile werden dagegen mit einem kleinen Pinsel und entsprechender Rostfarbe gestrichen.

Auch wenn es mehr Arbeit erfordert: Färbt eure Schienenprofile und Schwellen nach.

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Gleise schottern

Im Handel gibt es Gleise mit fertiger Böschung (z.B. von Roco). Lasst die Finger davon! Realistisch ist ein selbst geschottertes Gleis – dazu gibt es entsprechenden Gleisschotter im Handel. Nur wenn ihrdie Anlage später wieder abbauen wollt, sind fertige Böschungen zu empfehlen.

Schottert eure Gleise selbst ein – nur so wirkt eine Anlage wirklich realistisch!

Vor dem Schottern solltet ihr rechts und links der Böschung einen Randstreifen von ca. 1cm mit Quarzsand einschottern und danach mit brauner Farbe streichen.

Das Schottern selbst ist eine mühsame Arbeit. Verwendet einen Borstenpinsel in Breite der seitlichen Schwellen (ca. 3mm) und schüttet den Gleisschotter seitlich rechts und links der Schienen auf. Dazu eignet sich eine Filmdose ideal die mit einem kleinen Loch vorne aufgeschnitten ist. Alternativ könnt ihr auch einen Karton falten und den Gneisschotter mittels des gefalteten Kartons vorsichtig auftragen. Im Handel gibt es auch entsprechende Wagen zur Verteilung wie den Proses H0 Wagen für unterschiedliche Gleissysteme.

Zwischen den Schwellen kann man einen normalen Pinsel zur Verteilung des Schotters verwenden. Besonders realistisch wird es wenn man in der Mitte der Schwellen einen kleinen Bereich vertieft ausführt. Insbesondere in der Epoche II und III konnten die s.g. Streckengänger dadurch einfacher ihren Dienst ausüben!

Zur Schotterung und Patinierung findet ihr auch einen eigenen Beitrag und Video – bewegte Bilder sagen hier mehr als 1000 Worte – ihr findet den Beitrag unter dem Titel “Gleise einschottern und patinieren”

Schotter kleben?

Zum Festkleben des Schotters gibt es entsprechenden Schotterkleber. Alternativ könnt ihrauch ein Ponal/Weissleimgemisch verwenden – allerdings kann sich dabei die Farbe des Schotters ändern.

Damit der Schotter den Kleber gut aufnimmt sollte man sich ein Pumpspray besorgen und mit Wasser und einem Tropfen Spüli füllen. Damit dann schrittweise den Schotter benässen. Eine Einwegspritze füllen wir mit dem Kleber bzw. Gemisch und geben Tropfen für Tropfen und Schwelle für Schwelle schrittweise den Kleber zwischen die Schwellenbänder.

Lasst euch Zeit hierbei und bedenkt eine Abbindezeit von mindestens 24h – besser sogar 48h!

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Geländebau

Geländebau – Vorher – Nachher

Was in der Natur genau umgekehrt ist – hier kommt erst die Bahn und dann das Gelände!

Aber wie modelliert man eigentlich das Gelände?

Geländebau kommt (fast) immer erst nachdem die Trassen verlegt sind!

Und dann gibt es ganz viele Techniken um Gelände zu bauen. Die zwei beliebtesten Methoden sind die Styrodurmethode und die Fliegengittermethode.

Styrodur ist ein Dämmmaterial und wird beim Hausbau in großen Mengen verwendet – es lässt sich leicht bearbeiten und ist im Baumarkt für wenig Geld in unterschiedlichen Dicken verfügbar. Anfangs hatte ich nur die Dicke von 20mm – aber für größere Infrastrukturen gibt es auch Styrodur in 100mm. Am Besten beides anschaffen!

Sowohl Styrodur als auch Fliegengitter überziehe ich mit Gips. Nur bei transportablen Anlagen würde ich auf den Gips verzichten bzw. auf ein minimales Maß reduzieren, da Gips doch ziemlich schwer wird. Wohl dem der dann vorher einen guten Unterbau gebaut hat!

Den Gips immer nur in kleineren Mengen anrühren – man kann ihn auch direkt mit brauner Farbe vermischen und so vermeiden das man noch später den Untergrund braun streichen muss. Ich habe mir aber angewöhnt die braune Farbe dem späteren Leim-Gips Gemisch beizufügen.

Es gibt viele Techniken zum Geländebau – mit einer Kombination aus Styrodur und Fliegengitter mit Gips macht man aber nicht viel falsch.

Wenn ihr Fliegengitter verwendet, nehmt Fliegengitter aus Aluminum um Rostbildung zu vermeiden.

Leider lässt sich dieses Thema hier nur anreißen – tatsächlich gibt es über Landschaftsbau eine ganze Reihe wirklich guter Bücher und Zeitschriften. Hier eine Auswahl mit der jeweiligen Empfehlung:

Eisenbahnjournal: “Landschafts- und Geländebau” 3/2008Eines der nach wie vor aktuellsten und mit 13,70€ auch günstigsten Dokumentationen – hier habe ich viel mitgenommen. Sehr empfehlenswert!
MIBA Spezial 34: “Landschafts- und Geländebau” 11/1997Schon etwas älter – aber einige gute Ideen dabei.
Eisenbahn Journal: “Bauen wir Brandl – Teil 2” 1/13Absolut faszinierend was der Meister des Anlagenbaus, Josef Brandl” da zeigt. Allerdings muss ich ehrlich sagen, das diese Arbeiten eines Meisters auch meisterliche Kenntnisse und Werkzeuge voraussetzen die sicher nicht jeder Modelleisenbahner sich anschaffen mang
Eisenbahn Journal: “Langmessers Baupraxis” 2/09Felsbau mit Styrodur und Gips sowie Bachbau ist hier sehr erschöpfend erklärt.
Eisenbahn Journal: “Anlage mit Perspektive”Ideen zum Brückenbau und zum Bauen mit Flexgleisen fand ich hier sehr hilfreich.
kleine Auswahl an Magazinen mit dem Schwerpunkt Geländebau

Bitte schaut auch in die Beiträge – unter dem Stichwort “Geländebau” finden sich im Archiv auch mehrere Beiträge zu diesem Thema.

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Oberleitung

Eigentlich sollte dieses Kapitel größer sein – allerdings: Ich habe bis heute nur an einigen ganz wenigen Stellen eine Oberleitung verlegt! Der Grund dafür ist einfach:

Verlegt die Oberleitung erst ganz zum Schluss wenn wirklich alles (…) fertig ist!

In heutigen Zeiten digitaler Steuerung ist die Oberleitung ohne Funktion5 eine Ausnahme sind Strassenbahnen da dort die komplexe Herzstückpolarisierung entfällt wenn man die Oberleitung aktiv mit nutzt – und das ist auch gut so.

Es erlaubt uns nämlich die Stromabnehmer mittels dünnstem Draht in einer bestimmten Höhe zu fixieren. Dadurch wird vermieden das die Abnehmer an Übergängen hängen bleiben – vor allem aber erlaubt es uns auch im Tunnel mit fixiertem Abnehmer zu fahren ohne mühsam eine Tunneloberleitung verlegen zu müssen. Vorausgesetzt ist lediglich das die Höhe der Durchfahrten im Untergrund mindestens der Höhe der fixierten Abnehmer entspricht.

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