Planung

Grundsätzliches

Modelleisenbahn Planung das A+O! Fehler in der Planung lassen sich oftmals nicht mehr korrigieren. Aber: Einfach ein paar Gleise auf Holz zu nageln und dann etwas Landschaft drumherum zu planen hat zwar auch seinen Spielwert – und als Jugendlicher habe ich auch mal so angefange – im Laufe der Zeit wird das aber sehr langweilig – dabei ist die Modellbahnerei ein extrem zeitweiliges und spannendes Hobby. Das zeigt sich auch daran, daß es inzwischen regelrechte Einteilungen in die verschiedenen Sparten des Hobbys gibt

Der Sammler – er hat meistens grosse Vitrinen vor denen er mit verzauberten Augen steht und fasziniert seine Sammlung anschaut. Aber natürlich gibt es auch Kleinserienmodelle in unterschiedlichsten Baugrössen deren Preis sich mit manchem Neuwagen messen kann – aber nur die wenigsten Sammler verdienen wirklich Geld mit ihrer Sammlung. Selbst Briefmarken sammeln ist da lohnender.

Der Nietenzähler – er findet sich häufig auch in der Gruppe der Sammler – ihm kommt es aber häufig auf die absolut maßstabsgetreue Umsetzung eines Originals an.

Der Teppichbahner – auch wenn er sich so nennt, so baut er doch seine Anlage selten auf dem Teppich auf, sondern verlegt die Gleise “fliegend” auf dem Fußboden oder dem Tisch. Es gibt Teppichbahner die ganze Hallen angemietet haben und auch hier gibt es welche die manch einen Bahnhof – was die Gleisführung anbelangt – originalgetreu nachgebaut haben.

Der Gartenbahner – hat in der Regel eine Anlage ab Spur I und entsprechenden grossen Garten in dem er teilweise sogar die Züge mit Schneepflügen im Winter fahren lässt. Extrem aufwändig, aber faszinierend

Der Echtdampfbahner – vom Maßstab eine Stufe über dem Gartenbahner in 5” und 7 1/4” sitzen hier die Fahrer meist selbst mit auf der Lok

Der Planer – plant die tollsten Anlagen, hat aber selbst keine. Kennt dafür alle Methoden der Modellbahnplanung.

Der Spielbahner – so hat meist jeder mal angefangen, und mancher ist dabei geblieben. Der Spielbahner braucht nur ein wenig Landschaft und ein paar Gleise.

Der Modellbauer – gehört eigentlich ins Museum und manch einer ist auch Kurator oder in einem Museum wirklich tätig. Ihm geht es vor allem darum eine Landschaft 1:1 nachzubauen und oftmals baut er in vergangenen Epochen um die damalige Zeit greifbar zu machen. Er recherchiert 100%ig um das Flair einer vergangenen Zeit einzufangen. Die Bahn ist dabei manchmal Nebensache.

Der Vorbildfetischist – ist nah am Modellbauer, allerdings geht es ihm vornehmlich um die Modellbahn. Er fährt seine Züge genau nach Fahrplan und genau in der Zusammenstellung wie sie in der gespielten Zeit gefahren sind. Oftmals ist der Vorbildfetischist auch Teppichbahner.

Der Modelleisenbahnbauer – plant oft lange um dann endlich eine Anlage in Betrieb zu nehmen an der er oftmals ein Leben lang arbeitet. Wenn er Bilder macht und man nicht unterscheiden kann ob das Bild ein Original ist oder ein Nachbau dann ist er zufrieden mit sich.

Der Programmierer und Elektroniker– die Anlage ist da oftmals nur Nebensache, die meiste Zeit beschäftigt er sich mit der Elektronik, dem Umbau und seine Lokomotiven senken die Stromabnehmer, Wagen öffnen die Türen, Licht wird selbst am kleinsten Lämpchen im Speisewagen ein- und ausgeschaltet und die Stirnbeleuchtung funktioniert so akkurat, das sogar das langsame Nachbrennen alter Lampen nachgebildet ist. Er programmiert oftmals den Zugebetrieb so intensiv, das er kaum dazu kommt wirklich mit der Anlage zu spielen.

Überlegt also zuallererst zu welcher Gruppe ihr euch zugeordnet fühlt? Ich selbst würde mich zur Gruppe der Modelleisenbahnbauer zählen – und natürlich gibt es jede beiliebige Kombinationsmöglichkeit 🙂 Und natürlich sind diese Seiten für alle gemacht die sich für die Modellbahn interessieren!

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Vorüberlegungen

oberirdischer Gleisplan und Umgebung Nächternhausen – aus der Zeit als es noch keine PC Software gab

Um als Modelleisenbahnbauer anzufangen sollte man sich entweder einen Originalbetrieb überlegen oder – wie in meinem Falle – eine möglichst realistische Fiktion. Mein Gleisplan war schon etwas älter wie man an oberem Bild erkennt. Und auch während der Bauphase gab es noch einige Änderungen.

Aber im wesentlichen erkennt man einen großen Bahnhof mit jeweils einer eingleisigen Hauptbahn, einer abgehenden kleinen Nebenbahn und einer abgehenden Schmalspurbahn. (die Zunge in der Mitte mit dem Schmalspurbahnhof ist bis heute noch nicht fertig).

Letztlich sind dem Planer keine Grenzen gesetzt – aber es gibt dann doch einige Regeln die man tunlichst beachten sollte was das Anlagenthema anbelangt:

In der Realität kommt erst die Landschaft und dann die Bahn – im Modell ist es umgekehrt. Eine realistische Anlage erfordert sich vorzustellen wie es im realen Leben ausgesehen hat oder haben könnte.

Züge fahren von A nach B und nicht von A nach A im Kreis herum. Schauen Sie sich Modellbahnpläne an – wie z.B. im Stummiforum

Es gibt auch einige gute Links mit Gleisplänen im Netz – siehe hier. Weniger ist mehr – vorhandene Räumlichkeit (und Geldbeutel) bestimmen die Möglichkeiten.

Gleich am Anfang die richtige Zeit (Modellbahnjargon: „Epoche“) wählen in der die Anlage spielt. (Sehr detailliert finden sich die Epochen auf Wikipedia)

Plant auf jeden Fall einen Schattenbahnhof ein in dem Züge zwischengeparkt werden – und plant so viele Gleise wie möglich für den Schattenbahnhof

Unter Anlagenthema wird unter Modellbahnern das grobe Streckenthema verstanden:

  • Hauptbahn – in der Regel zweigleisig – aber es gab auch eingleisige Hauptbahnen, weshalb das häufig dazugesetzt wird, also z.B. zweigleisige Hauptstrecke.
  • Nebenbahnen – in der Regel einspurig und nur selten elektrifiziert
  • Kombinationen – hier vor allem Hauptbahn mit abzweigender Nebenbahn, aber auch eingleisige Hauptstrecke mit abzweigender Nebenbahn usw.
  • Spezialthema – gibt es auch immer häufiger, wie z.B. ein reines Bahnbetriebswerk oder ein reiner Güterbahnhof

In Nächternhausen haben wir eigentlich das Thema Nebenbahn – wobei es eine elektrifizierte Hauptbahn gibt mit abzweigenden Nebenbahnstrecken. Insofern wäre das Anlagenthema irgendwie zwischen Hauptbahn und Nebenbahn anzusiedeln.

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Anlagenplanung am Beispiel

Mit 3 x 4 m stand ein mittelgrosser Kellerraum zur Verfügung.

Ein bei der Planung wesentlicher Punkt war die Berücksichtigung der geographischen Umgebung.

So war die Strecke von Titisee über Nächternhausen nach Waldshut im Gefälle zu planen und ebenfalls mußte die Strecke nach Konstanz ins Gefälle gelegt werden während die Strecke nach Neustadt ansteigt. Auf der ganzen Anlage ist lediglich der Schattenbahnhof und Nächternhausen wirklich ohne Gefälle verlegt – alle anderen Strecken sind Steigungsstrecken – manche Steigungen fallen direkt wieder sobald sie nicht mehr sichtbar sind.

Nächternhausen stellt unter den vielen Modellbahnen eine Besonderheit dar weil schon der sichtbare Teil Höhenunterschiede von bis zu 50cm aufweist. Und ich wollte unbedingt eine s.g. “hängende Schlucht” mit in die Anlage einbeziehen (die Details dazu finden sich in der Rubrik Tipps und Tricks wieder – siehe dort)

Einige ganz wichtige Richtwerte die schon bei der Planung zu berücksichtigen sind:

Radien: So gross wie irgend möglich planen – natürlich passen die Loks auch (manchmal) noch in den kleinen Mini-Radius von 350mm – aber: Tun Sie es nicht! Ich habe meine Anlage mit minimal 486mm Radius (Tillig Geometrie) gebaut. Wenn Sie nur Züge mit 3 Reisezugwaggons fahren lassen wollen mag das noch mit niedrigem Radius gehen – aber was ist da noch Realitätsnah?

Gleiswendel: Alle grossen Modellbahnausstellungen zeigen auch Gleiswendel in den sich die Züge in die Höhe schrauben, aber: Diese brauchen mindestens 600mm Radius!! Sonst fallen die Züge durch die entstehenden Kräfte nach innen und der Spass ist schnell vorbei.

Steigung: 2.5% (2,5 cm Steigung auf 100cm Länge) – auf keinen Fall mehr! Meine E17 schleudert schon bei 2.5% mit 10 Reisezugwagen – zum Glück passen nur 9 in meinen Bahnhof.

Zuglängen: Ein 8-Wagenzug ist durchaus normal – und erfordert Gleislängen von bis zu 2,50m! Planen Sie deshalb lange Bahnsteige ein.

Gleisplan von Nächternhausen (WinRail)

Planungssoftware: Gebt die paar Euro für eine gute Planungssoftware aus – insbesondere wenn ihr komplizierte Steigungen und Unterquerungen habt. Ich selbst habe mit der Software WinRail von Gunnar Blummert sehr gute Erfahrungen gemacht – und ohne diese Software hätte ich meine Steigungsregel nie einhalten können. Das obige Bild zeigt den Gesamtplan mit allen Ebenen welcher mittels WinRail erstellt wurde. (siehe dazu auch das extra Kapitel zum Thema Planungssoftware)

Schattenbahnhof: Soviel Gleise wie möglich planen – und: Wenn ihr digital mit einem Computer steuert, so könnt ihr die Gleise nacheinander belegen – so passen 3 kurze Züge in ein langes Schattenbahnhofsgleis – und kurze Züge werden schon vorher erkannt und automatisiert in ein kurzes Gleis geführt. Vor allem den nächsten Punkt beachten: Der Schattenbahnhof muß gut zugänglich sein!

Zugänglichkeit: Jedes Gleis muß noch erreicht werden ohne dazu eine Leiter über die Anlage legen zu müssen – eine Breite von >100cm ist da schon kritisch! Und wenn es nicht anders geht, dann auf jeden Fall Öffnungsbereiche vorsehen – und die bedeuten, dass unter der Anlage an diesen Stellen auch freie Stellen sind!

Obiges Bild zeigt so einen “Noteinstieg”. In diesem Falle sogar ein unter der Anlage angebrachter Noteinstieg mit einer klappbaren Trasse. Direkt hier ist nämlich die Ausfahrt aus dem Schattenbahnhof die ohne diese Klappbrücke nur mit extremen Verrenkungen im Fehlerfall erreichbar gewesen. Weiter unten findet sich noch ein extra Kapitel zu dem Thema.

Kabeltrassen: Eine s.g. „offene Rahmenbauweise“ führt dazu, dass die Kabel auch offen geführt werden müssen – sich vorher über solche Trassenwege zu machen ist Gold wert – und hilft außerdem Probleme im laufenden Betrieb zu vermeiden, da man so Digitalstrom und Analogstrom trennen kann

Flexgleise: Flexgleise sind einfach zu verlegen – plant die Anlage also ruhig mit einer geschwungenen Linienführung – das sieht außerdem wesentlich realistischer aus!

Anlagenhöhe: Oft falsch gemacht weil es ja so schön ist vor der Anlage zu sitzen und drauf zusehen. Aber wer sieht schon unsere Welt aus der Flugzeugperspektive? Plant die Anlage so, dass ihr im Sitzen die Züge auf Augenhöhe (!) habt– und steuert im Stehen oder nehmt einen Barhocker. Das ermöglicht auch eine wesentlich bessere Erreichbarkeit von unten. Nächternhausen hat Höhen von 1,50m – 80cm über Null. Der Bahnhof liegt auf 1,20m.

Lasst euch Zeit für die Anlagenplanung – und fragt auch in Internetforen was andere von eurem Plan halten – dort gibt es mit Sicherheit gute Tipps was man noch besser machen kann.

Oftmals hilft auch schon ein Blick in eine Gleisplan-Datenbank – diese gibt es inzwischen vielen Seiten – der Link findet sich in der Kategorie Tipps und Tricks.

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Worauf die Anlage steht – Rahmenplanung

Auch wenn man am Anfang der Planung noch nicht daran denkt, aber unsere Anlage sollte schon auf standfesten Füßen stehen. Und sie sollte auch einen stabilen Unterbau haben. Nichts ist schlimmer als wenn nachher die Gleise mitsamt dem jeweiligen Brett durch hängt weil man zu wenig in den Unterbau investiert hat

Nun gibt es zum Unterbau ganze Bücher und es würde zu weit führen hier alle Details aufzuführen, aber grundsätzlich gibt es 2 verschiedene Arten des Unterbaus von dem wir beide in obigem Bild sehen:

Bauweise mit L-Träger (links oben im Bild). Hier kommt ein stabiler Rahmen aus Spanplatten zum Einsatz die in L-Form aufgebaut sind. Diese Bauweise kommt vor allem bei großen Platten zum Einsatz – hier im Bahnhofsbereich der ausschließlich flach verläuft

Offene Rahmenbauweise (rechts im Bild). Wir arbeiten dabei mit senkrecht stehenden Spanten auf denen später nur die Trassen der Strecke aufgesetzt werden. Die senkrecht stehenden Spanten verteilen die Last und haben grundsätzlich schon grob eine Struktur des späteren Geländes (an der Spante ganz rechts zu sehen).

Eine sehr gute Einführung über die Technik des “Anlagenunterbau” liefert das gleichnamige Heft von Rolf Knipper (1994) welches ich nur empfehlen kann. Es ist nach wie vor im Fachhandel erhältlich.

Planungssoftware

Wer nur ein paar Gleise verlegen will der kommt sicherlich auch ohne entsprechende Planungssoftware aus, für eine Anlage die mit unterschiedlichsten Höhen und konstanten Steigungen gebaut werden soll geht es nicht ohne – abgesehen davon ist die Anlagenplanung damit wesentlich einfacher:

Aufgrund der vorgesehenen offenen Rahmenbauweisen kann die Software einem nicht nur genau ausrechnen welche Holzmengen man benötigt, sondern man kann diese auch mittels Ausdruck von Schneidebögen genau zuschneiden – alleine die Holzmengen die man dabei spart wenn man gebogene Gleisstücke zuschneidet und diese optimal auf eine Holzplatte mittels der Software verteilt spart schon die Investition.

Eine Planungssoftware ist für den Bau einer guten Anlage unabdingbar.

Hier mal einige der für mich wichtigsten Vorteile die für Planungssoftware spricht:

  • Steigungen muss man genau planen – mit dem PC berechnet, betragen diese konstant den vorgesehenen Wert – sonst kann es einem schnell passieren das die 50er mit 10 Reisezugwagen plötzlich hängen bleibt.
  • Vor allem die Höhenüberwachung ist Gold wert – so fahren meine E-Loks im Untergrund mit arretiertem Stromabnehmer – 8cm Höhe ab Schienenoberkante (SO) sind da Voraussetzung.
  • Flexible Gleise sind wunderschön – aber haben Sie schon mal versucht einen Gleisübergangsbogen selbst aufs Holz zu übertragen? Das klappt mit der Software problemlos – hinterher druckt man einfach den entsprechenden Bereich auf Papier – klebt dieses zusammen und hat dann die Trasse genau so wie man sie später benötigt.
  • Gleisabstände müssen im Bogen höher sein da lange Reisezugwagen einen großen Überhang haben und dann mit den Wagen im Gegengleis zusammenstoßen würden. Im Vorfeld kann man das kaum ausprobieren – mit der Software hat man die Möglichkeit die Abstände anhand des längsten vorhandenen Wagens schon vor dem Zuschneiden zu planen.
  • Neuere Software erlaubt einem auch einen 3D Blick – so kann man sich schon am PC vorstellen wie die Anlage aussehen wird.
  • Die Gleisbibliotheken erlauben einem im Vorfeld schon zu sehen, ob Weichen und Kreuzungen wirklich real zusammen passen. Und man kann beim Gleisbau ggfs. auf einen anderen Hersteller ausweichen den man vielleicht vorher garnicht im Blick hatte.

… und daneben macht die Planung mit der Software einfach Spaß und inzwischen gibt es sogar die Möglichkeit 3-Dimensional die Strecke vor dem Bau zu betrachten und virtuell zu befahren.

Winrail Planungssoftware

Ich hatte WinRail im Einsatz von Gunnar Blummert – eine andere Planungssoftware habe ich nicht ausprobiert – aber ich kann die Software durchweg empfehlen. Wenn ihr euch dazu entschliessen solltet, dann kauft die aktuellste Version um in den Vorteil der aktuellen Gleisbibliotheken zu kommen. Neben WinRail gibt es inzwischen auch viele Alternativen wie Rocrail oder WinTrack.

Noch einige Tipps zu WinRail:

  • Arbeitet mit Layern und Flexgleisen.
  • Öfter eine neue Version anlegen – manchmal verzieht sich ein Streckenbereich ohne dass man es sofort sieht.
  • Unbedingt die Höhenüberwachung öfter einschalten um zu sehen ob es noch klappt mit der Planung.

Hier meine letzte WinRail Datei zum Download (auch wenn diese im Jahre 2008 erstellt wurde funktioniert das Öffnen noch mit aktuellen Winrail Releases)

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Worauf die Anlage steht – Rahmenplanung

In der NEM Norm NEM 102 und NEM 103  kann man die Breite der Trassenbretter in Abhängigkeit vom gewählten Radius und die Durchfahrtshöhe gut ablesen.

Bahnhofsplanung

Ein Bahnhof besteht aus mehr als ein paar Gleisen und Weichen. Neben den verschiedenen Formen wie Turmbahnhof, Durchgangsbahnhof, Kopfbahnhof usw. ist vor allem wichtig die jeweiligen Gegebenheiten mit abzudecken:

  • Der Personenteil des Bahnhofs beinhaltet das Empfangsgebäude (EG) und die Bahnsteige.
  • Der Güterteil beinhaltet einen Ortsgüterbahnhof mit Rampen, Freiladegleisen und Güterschuppen.
  • Das Bahnbetriebswerk beinhaltet Schuppen, Kohlebansen, Wasserkran, Wasserturm und Besandungsanlage – oftmals mit Drehscheibe, in kleineren Bahnhöfen auch nur ein einzelner Schuppen für eine Lok und Wasserkran mit Kohlebansen.
  • Der Rangierbereich hat oftmals auch einen Abstellbereich für Personenwagen sowie Gleise für Zulauf und Ablauf von Güterzügen sowie Aufstellgleise.

Kriegt jetzt keinen Schreck – es gibt auch ganz kleine Bahnhöfe die nur aus 3 Weichen mit Freiladegleis bestehen. Aber überlegt bei der Planung welche Anlagen ihr überhaupt benötigt. Die einschlägigen Fachzeitschriften und Links sind hier gute Ratgeber. Weiter unten findet ihr meine Beschreibung wie sich dies im Bahnhof Nächternhausen darstellt – ich hoffe dies kann als Beispiel für die eigene Anlagenplanung dienen.

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Betriebsplanung

Die schönste Anlage macht keinen Spass wenn der Betrieb nicht einwandfrei funktioniert. Unter Betrieb finden sich viele Hinweise darauf, aber schon bei der Planung gilt es bestimmte Punkte zu berücksichtigen:

  • Die maximale Steigung sollte 2,5 % nicht übersteigen.
  • Die minimale Durchfahrtshöhe bei Fahrten mit Stromabnehmern ist 8cm.
  • Je größer der Radius umso sicherer ist der Betrieb.
  • Verwendet immer – auch im Untergrund – einen Übergangsradius. Es erhöht nicht nur die Betriebssicherheit, sondern sieht auch vorbildgerechter aus.
  • Schlanke Weichen sehen nicht nur originalgetreu aus, sie sind auch wesentlich betriebssicherer. Wenn es geht, planen sie steile Abzweigwinkel nur in Abstellgleisen ein.
  • S-Kurven sind tödlich und garantieren eine Entgleisung im Übergang der Kurven. Dort immer ein gerades Zwischenstück einplanen.

Wenn ihr keinen elektrischen Betrieb vorsehen wollt, dann reicht auch eine geringere Durchfahrtshöhe – in der Regel von 7 cm.

In der Literatur gibt es oft höhere Werte – aber wenn ihr viele Jahre Spaß haben wollt mit der Anlage, sollten ihr lieber bei der Anzahl Gleise sparen als an der Betriebssicherheit.

Nur wenige haben den Platz um einen Schattenbahnhof offen hinter der Anlage einzuplanen – das wäre der optimale Platz für einen Schattenbahnhof.

Um aber von unter der Anlage nach oben zu kommen ist eine entsprechende Gleislänge erforderlich! Bei einer Steigung von 2,5cm und einem Schattenbahnhof auf -20cm (sie brauchen auch Platz über dem Schattenbahnhof) werden fast 10m Gleis benötigt! Da hilft in der Regel eine Gleiswendel, aber: Eine Gleiswendel benötigt mindestens einen Gleisradius von 50cm – also eine Anlagentiefe von mindestens 130 cm. Bedenke, das dann auch ein Noteinstieg vorhanden sein muss, weil man sonst von vorne nicht mehr an die hinteren Bereich kommt. Für die Gleisplanung waren für mich noch folgende Punkte hilfreich (einige musste ich erst schmerzlich lernen – und einige konnte ich später nicht mehr umsetzen weil ich es in der Planung nicht bedacht hatte):

  • Verwendet keine Flexgleise für eine Gleiswendel
  • Ein Wechsel im Gleisbogen immer mit einem geraden Übergangstück versehen
  • In Gleisbögen unbedingt einen Übergangsbogen vorsehen
  • Stellt sicher das man an alle unterirdischen Gleise im Fehlerfall noch herankommt
  • Wenn möglich plant eine Gleisreinigungsanlage (die Firma Lux Modellbau bietet eine an) mit an. So vermeidet ihr verdreckte Räder die schnell den Spaß verderben.
  • Noteinstiegsluken mit einplanen um auch alle oberirdischen Anlagenbereiche im Fehlerfall noch zu erreichen
  • Bei Oberleitungsbetrieb: Denkt bereits bei der Planung an den Aufstellort der Masten – dieser kann in der Planungssoftware mit berücksichtigt werden

Noteingang

Noch ein Punkt zum Thema “Noteinstiege“: Eine Faustregel besagt, das man jeden Punkt der Anlage mit einer Entfernung von maximal 100cm erreichen sollte.

Links sehen wir das Bild eines Noteinstiegs von oben – unten drunter der gleiche Bereich von unten. Das gesamte Stück kann hier nach unten herausgenommen werden und erlaubt so das Arbeiten im oberen Bereich.

Es gibt teilweise wirklich akrobatisch anmutende Konstruktionen von Anlagenbauern die diesen Hinweis nicht beherzigt haben und nun verzweifelt mittels Leitern und Stelzen versuchen an Anlagenteile zu kommen die sonst nicht erreichbar wären

Obwohl Nächternhausen keine extrem große Tiefe hat (die breiteste Stelle ist 120cm), musste ich trotzdem einige Noteinstiegsluken vorsehen um sicherzustellen, das alle Bereiche auch erreichbar waren. Das nebenstehende Bild zeigt die Besonderheit einer klappbaren Schmalspurstrecke unter der Anlage.

Da hier rechts die Ausfahrt aus dem Schattenbahnhof erfolgt muss sichergestellt sein, das man im Falle einer Havarie diese Ausfahrt problemlos erreichen kann.

Anfangs habe ich nicht geglaubt, das man Noteinstiege und Module mit vielen Gleisübergängen betriebssicher gestalten kann. Schließlich ist die Toleranz beim Übergang auf wenige Zehntelmillimeter eingeschränkt. Hier kann ich allerdings beruhigen. Plant ruhig Übergänge ein!

Das linke Bild zeigt einen solchen Gleisübergang. Dieser Teil ist in Nächternhausen ein herausnehmbares Stück. Die Gleise sind an Schrauben angelötet sodaß ein optimaler Übergang gewährleistet ist.

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Planung am Beispiel Nächternhausen

Als ich Nächternhausen plante hatte ich folgende Ideen im Kopf, die ich gerne auf meiner Anlagen umsetzen wollte – und ich hoffe ich kann Ihnen helfen Ihre eigenen Ideen mit diesem Beispiel zu verwirklichen.

Lasst euch Zeit für die Planung und überlegt genau, was ihr eigentlich für eine Anlage bauen wollen!

Am Anfang stand daher eine Wunschliste die schon beinhaltete, das ich mit 3 x 4m nur einen verhältnismäßig kleinen Raum zur Verfügung hatte:

  • Realistisches Landschaftsbild: Die Anlage sollte sich in die Natur einfügen und nicht umgekehrt. Es sollte keine Anlage werden die mit Schienen überladen ist
  • Einsatz von alten Elektroloks und Dampfloks: Da sollte die Strecke schon elektrifiziert sein.
  • Einsatzmöglichkeit für deutsche und schweizerische Lokomotiven: Ich liebe die alten Schweizer Loks wie das Schweizer Krokodil.
  • Umfangreicher Rangierbetrieb: Ich finde es total langweilig in der Mitte der Anlage zu sitzen und nachher nur Züge vorbei rauschen zu sehen.
  • Realistischer und originalgetreue Betriebsabläufe: Das bedeutet schon mal eine Anlage die nah an einem Vorbild ist.
  • Einsatz langer Züge und hohe Betriebssicherheit: Bedeutet insbesondere große Radien – in der Regel mindestens 500mm bei H0.
  • Eine hängende Schlucht mit einem großen Viadukt – hätte ich vorher gewusst wie schwierig dies zu bauen ist, ich hätte diese Anforderung nochmal überdacht…
  • Eine Schmalspurbahn in der Spurweite H0e – möglichst teilweise im Straßenplenum.
  • Multi-User Betrieb mit mindestens 2 Personen unabhängig voneinander möglich
  • Störungsfreier Betrieb – das bedeutete bei mir auch der Verzicht auf Gleiswendel.

Macht euch eine Anforderungsliste – auch wenn ihr nachher vielleicht einige Punkte wegstreichen müsst.

Man sieht schon an der Liste: Das ist ganz schön viel für einen kleinen Raum von nur 3,40 x 4,20m Grösse….

Geschichte von Nächternhausen

Angefangen hatte alles mit dem Spitzkehrenbahnhof Lauscha. Dieser Bahnhof hatte mich schon immer fasziniert. Allerdings haben nicht alle meine Anforderungen gepasst und so wurde aus dem ursprünglichen Spitzkehrenbahnhof ein Bahnhof mit abzweigender Nebenstrecke indem der Kopfbahnhof Lauscha zu einem Durchgangsbahnhof wurde. Wer Lauscha kennt: Nächternhausen hat heute nichts mehr von Lauscha, bis auf die Tatsache, das direkt nach der Ausfahrt ein großes Viadukt sowohl die berg- als auch die talführende Strecke überqueren.

Naechternhausen ist ein rein fiktiver Bahnhof – allerdings mit realem Hintergrund. Der Bahnhof liegt angenommenermassen im Hochschwarzwald an der – niemals gebauten (und meines Wissens auch nur bis St.Blasien geplanten) – Verlängerung der s.g. „DreiSeenBahn“ von Titisee-Neustadt nach Seebrugg.

Meine Drei Seen Bahn führt über den Bahnhof Schluchsee weiter bis Waldshut und dort über den Rhein ins schweizerische Koblenz. Die Strecke ist von Freiburg bis Koblenz durchgehend elektrifiziert

und thematisch in der Epoche IIIa angesiedelt. (In der Realität hat Koblenz bis heute nur 1 elektrifiziertes Gleis für die Strecke in die Schweiz). Ziemlich auf der Höhe von St. Blasien liegt der fiktive Bahnhof Nächternhausen – von dort zweigt eine normalspurige, nicht-elektrifizierte Nebenbahn nach Konstanz ab – diese wurde hauptsächlich gebaut um eine schnelle Verbindung von Freiburg zum Bodensee zu haben. Aufgrund der nach dem Krieg gesprengten Rheinbrücke bei Basel – die nur einspurig befahrbar ist – laufen einzelne Schnellzüge von Zürich über Waldshut nach Freiburg (und teilweise weiter nach Straßbourg und Frankfurt) und nehmen in Nhsn. Kurswagen des Fernschnellzugs von München nach Konstanz auf die dazu in einem Nahverkehrszug bis Nächternhausen überführt werden.

Auch wenn ihr nicht nach einem realen Vorbild baut: Überlegt euch eine plausible Realität für ihre Modelleisenbahn. Nur so seid ihr sicher, das ihr auch nach vielen Jahren noch Spaß an der Anlage habt

Schmalspurbahn Nächternhausen

Um die waldreichen Gemeinden in den Tälern anzubinden wurde eine Schmalspurstrecke von Nächternhausen bis Karnsdorf – einer kleinen Ortschaft am Fluß Marker die vor allem durch ihre umfangreichen Tonverarbeitung und ein grosses Sägewerk für viel Güterumschlag sorgt – gebaut. Die engen Tunnel und die teilweise schwierige Streckenführung dieser Strecke im engen Tal der Marker lassen leider keinen Einsatz von Rollböcken zu – Güter müssen daher in Nächternhausen umgeladen werden (was dem Modelleisenbahner natürlich zu Gute kommt).

Güterverkehr Nächternhausen

Überhaupt ist in Epoche IIIa die Welt des Güterumschlags noch in Ordnung. Ein täglicher Güterzug auf der Nebenstrecke nimmt täglich unterwegs Leerwaggons auf und nimmt auf dem Rückweg von Nächternhausen beladene Waggons mit zurück. Die beladenen Waggons werden von einem Frühgüterzug aus Freiburg und Stuttgart gebracht. Es gibt eine Reihe von Güterumschlagsstellen die sich am einfachsten erzählen lassen wenn man der Strecke folgt

Güteranschlussstellen in Nächternhausen Bahnhof

  • Die Firma Korzillius liefert Steingut – allerdings ist nur ein Halbreliefgebäude mit Bahnanschluß auf der Anlage davon zu sehen – die Firma benutzt das Gleis zusammen mit der Königsbacher Brauerei
  • Ein Freiladegleis wird von beiden Spurweiten genutzt. Mittels eines Bockkrans werden hier sowohl schwere Güter verladen als auch Holz welches auf die Schmalspurbahn übergeht.
  • Schmalspurbahn und Normalspur haben jeweils getrennte Güterschuppen für den Freiladeverkehr.
  • Eine Rampe ist sowohl für die seitliche Beladung als auch als Kopframpe nutzbar. Ein auf der Rampe stehender Schuppen dient als Umladeschuppen auf die Schmalspurbahn.
  • Die grosse Fabrik am Bahnhof verarbeitet vor allem Holz aus dem grossen Sägewerk in Karinsdorf zu Kisten und Möbeln. Dazu hat man sowohl ein Schmalspurgleis für die Lieferungen vom Sägewerk als auch einen Normalspuranschluß
  • Am Ende des Ausziehgleises hat eine Maschinenbaufabrik noch eine kleine Laderampe.
  • Und daneben benötigt natürlich das Bahnbetriebswerk Kohle und Materialien des täglichen Bedarfs weshalb der Kohlebansen auch ein eigenes Ladegleis hat.

Güteranschlussstellen zwischen Nächternhausen und Freiburg

Nicht weit entfernt vom Bahnhof, auf der Strecke nach Freiburg, liegen die „MenningerTongruben“. Hier wird weisser Ton unter Tage abgebaut. Geringe Mengen werden auch direkt in Karnsdorf verarbeitet – einmal wöchentlich wird dazu eine Wagenladung in Nhsn umgeladen. Die Anlage wurde dem Untertagebau Siershahn im Westerwald nachgebildet.

Die Schmalspurstrecke verläuft eine Zeitlang auf einem Dreischienengleis bis zum Abzweig Denzerheide. In Denzerheide gibt es eine Viehladerampe – hier laden die Bauern der Umgebung ihr Vieh um. Eine s.g. Blockstelle sichert die Einfädelung der Schmalspurbahn in die Strecke von Konstanz.

In Karnsdorf gibt es vor allem ein grosses Sägewerk, eine Kohlehandlung, Freiladegleis und ein Tonverladung. Hier wird vor allem der gebrannte Ton in Güterwaggons verladen die dann in Nächternhausen auf die Schmalspur umgeladen werden.

Auch im Bereich der Bahnhofsanlage gibt es eine ganze Reihe von Gütergleisen und Abnehmern:

Güteranschlussstellen zwischen Nächternhausen und Konstanz

Noch vor dem Anschluß Denzerheide gibt es eine Holzverladung. Hier ist manchmal auch die Köf unterwegs und rangiert in dem abgeschlossenen Bereich die Holzladungen unabhängig vom Verkehr auf der Nebenstrecke. (s.g. Verkehr mit eingeschlossener Zugeinheit)

Anschluss Holzverladung

Denzerheide hat ein kleines Anschlußgleis für die Bauern der Umgebung.

Da der Bahnhof Nächternhausen nur über die Wackerschlucht erreicht wird, müssten die Bauern sonst sehr weite Wege in Kauf nehmen. In Denzerheide wird Milch und Vieh verladen.

Die folgende starke Steigung macht manchmal den Einsatz von Nachschubloks erforderlich – hier schiebt noch eine der letzten 96er Mallets ihren letzten Dienst (tatsächlich hat die DB keine einzige 96 übernommen).

Tonverladung

Das Schubgleis endet kurz vor einem Tunnel und hat noch einen Gleisanschluß für eine Sturzverladung von Ton welcher mit dem LKW angeliefert wird – insbesondere kleinere Tongruben in der Umgebung können hierdurch auch ihren Ton anliefern.

Verteilung von Güterzuggleisen

Wer sich den Plan von Nächternhausen angeschaut hat, wird sich vielleicht über die Anlage der Güterzuggleise wundern. Diese haben aber alle einen bestimmten Grund: So werden die Güterzüge in Nächternhausen teilweise zerlegt und neu zusammengestellt. Deshalb benötigt man Aufstellgleise für die Züge in die jeweiligen Richtungen. Die Anzahl der Richtungen bestimmt die Mindestanzahl an Bereitstellungsgleisen.

Gueterzuggleise in Nächternhausen

Spielen sie in ihrem eigenen Plan die möglichen Szenarien durch und sie werden schnell feststellen, ob es sinnvoll ist ggfs. ein Gleis oder eine Weichenverbindung mehr einzuplanen.

Güterverladestellen erlauben spannenden Betrieb – wenn ihr nicht nur Züge fahren lassen wollt, sondern selbst nachher aktiv “Eisenbahn spielen”, dann plant viele Gleisanschlüsse mit ein!

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